Die Woche: "Ein gutes Jahr für Open Source"
Der Linux-Verband, ein Zusammenschluss von rund 90 deutschen Linux- und Open-Source-Unternehmen vom Softwarehersteller bis zum IT-Dienstleister, meldet: "2009 war ein gutes Open-Source-Jahr". Eine Umfrage unter den Verbandmitgliedern habe ergeben, dass sie für 2009 Wachtum verzeichnen können – und das trotz Wirtschaftskrise.
Umsatzzuwächse, Neueinstellungen – ein Gesamtbild der Ergebnisse liefert der Linux-Verband leider nicht, wohl aber einige Beispiele. Bitbone, IT-Dienstleister im Bereich Linux und OpenSource und Hersteller von Kommunikations- und Sicherheitslösungen, konnte seinen Umsatz um 20 Prozent steigern, Linux-Distributor Univention um 35 Prozent. IT-Dienstleister Inmedias verzeichnete 2009 ein Umsatzwachstum von 40 Prozent, das Softwarehaus Tarent (siehe auch Firmenprofil: Tarent, Open-Source-Entwicklung im Kundeninteresse) steigerte seinen Umsatz um 60 Prozent.
Wo die Geschäfte gut laufen, werden auch neue Leute gebraucht: Bei Univention kamen im Lauf des Jahres fünf neue Mitarbeiter dazu, bei Tarent gleich 25 – und eine neue Filiale in Berlin. Cape IT, ein auf Service Management und IT-Infrastruktur spezialisiertes Consulting- und Systemhaus, konnte die Zahl der Mitarbeiter verdoppeln.
Die guten Ergebnisse der deutschen Linux-Anbieter liegen im Trend: Die meisten Open-Source-Firmen scheinen von der Wirtschaftskrise zu profitieren. Und zumindest die Mitglieder des Linux-Verbands rechnen durchgängig damit, dass es im nächsten Jahr weiter aufwärts geht.
Die Einschätzungen des Linux-Verbandes stehen in auffälligem Kontrast zu den Anfang Dezember vorgelegten Ergebnissen der Branchenbefragung des Bitkom. Der IT-Branchenverband rechnet für 2009 mit einem Umsatzminus von über zwei Prozent. Für 2010 überwiegt zwar auch hier der Optimismus, aber immerhin 29 Prozent der IT-Dienstleister und 41 Prozent der Softwarehersteller erwarten im nächsten Jahr lediglich gleichbleibende oder sogar (weiter) fallende Umsätze.
Allerdings: Wirklich sensationelle Neuigkeiten sind das nicht. Wenn der Umsatz mit Open Source in einem ansonsten leicht rückläufigen IT-Markt steigt, heißt das nicht mehr, als dass die Bedeutung von Open Source und Linux zunimmt. Und das hören wir den Marktforschern schon seit Jahren: Der Anteil von Linux im Servermarkt wächst, der Anteil der Unternehmen, die Open-Source-Software einsetzen, steigt, Open Source etabliert sich in immer mehr Bereichen als ernsthafte Alternative.
Aber schön, dass davon auch etwas bei Dienstleistern und Softwareanbietern in Deutschland ankommt.
(odi)