LG Philips stockt Investition in Panelfabrik auf
LG Philips will weitere Milliarden in seine neue Panel-Fabrik in Gumi, Korea investieren und so die Produktionskapazität für große LCD-Panels verdoppeln
LG Philips will seine neue Panel-Fabrik in Gumi, Korea, größer bauen als ursprünglich geplant. Das Gemeinschaftsunternehmen stockt die Investitionen auf 2,8 Milliarden Dollar auf. Dadurch kann die Produktionskapazität für große Flüssigkristalldisplays in Gumi in der Nähe von Seoul verdoppelt werden. Wenn die Fabrik der sechsten Generation Ende 2004 ihren Betrieb aufnimmt, sollen dort 90.000 Muttergläser pro Monat vom Band laufen; aus jedem dieser Muttergläser lassen sich drei 32-zöllige Panels schneiden, alternativ zwölf 17-Zöller oder bis zu sechzehn 15"-Panels. In Gumi sollen vor allem große Displays mit Diagonalen von über 30 Zoll für flache Fernseher produziert werden. Die Aufstockung ist auch eine Antwort auf die Pläne des koreanischen Konkurrenten Samsung, der gemeinsam mit Sony eine Panel-Fabrik für großflächige LCD-TVs bauen wird.
Marktanalysten befürchten, dass die Konzentration auf LCD-TVs in den kommenden Monaten zu einer Panel-Knappheit führt, die auch den Monitor und Notebookbereich betreffen wird. Immer mehr Panel-Hersteller setzen auf die großen Displays für LCD-TVs, wodurch weniger Produktionskapazitäten für kleinere Displays verfügbar sind. Zudem ist die Ausschussrate bei den 30-Zöllern deutlich höher als bei gängigen Monitor- und Notebookdisplays, was die Verfügbarkeit von LCD-Panels weiter verringert. Da sich LCD-Monitore als Alternative für Röhrenmonitore etabliert haben und dank der neuen Mobilgeneration mit Centrino-Technik auch die Notebooknachfrage anzieht, während gleichzeitig enorme Steigerungen bei den LCD-TVs prognostiziert werden, könnte es knapp werden am Panel-Markt. Das zöge steigende Preise für LCD-Monitore und Notebooks nach sich. Doch bevor im kommenden Jahr tatsächlich die Massen an LCD-TVs verkauft werden, wie es derzeit Hersteller und Analysten erwarten, müssten erst einmal die Preise für flache Fernseher sinken. Es dürften nicht allzu viele Käufer bereit sein, die derzeit veranschlagten 3000 Euro und mehr für einen nur 30-zölligen Fernseher aufzubringen. Schließlich ist ein vergleichbarer 16:9-Röhrenfernseher (76 cm sichtbare Diagonale) bereits für weniger als 1000 Euro zu haben. (uk)