Kabel Deutschland: "Argument der HD-Sender ist scheinheilig"
In einer Stellungnahme hat sich Kabel Deutschland noch einmal dazu geäußert, warum die derzeit laufenden HDTV-Showcases von ARD, ZDF und Eins Festival nicht eingespeist werden.
Kabel Deutschland (KDG) hat eine "aktualisierte Stellungnahme zum Thema hochauflösendes Fernsehen (HD)" veröffentlicht. Damit reagierte das Unternehmen offenbar auf Kritik von HDTV-Fans, die sich verärgert darüber zeigen, dass Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber die drei aktuell laufenden HDTV-Showcases von ARD, ZDF und Eins Festival nicht einspeist. Andere Kabelnetzprovider, darunter Kabel BW und Unitymedia, stellen ihren Kunden die Signale zur Verfügung. Auch der Sender Arte HD, der bereits seit längerer Zeit den Regelbetrieb aufgenommen hat, ist im KDG-Netz nicht zu finden.
In der aktuellen Mitteilung an die Presse wiederholt Sprecher Marco Gassen noch einmal die Aussage seiner Kollegin Joyce Mariel, der zufolge die öffentlich-rechtlichen wie die privaten Sender bislang den Kabelkunden für HDTV Mehrbelastungen aufbürden wollen. Vor allem aber kritisierte er die Aussagen von Vertretern der öffentlich-rechtlichen Sender, wonach das HD-Signal kostenlos sei und KDG dieses ohne Probleme sofort einspeisen könne. "Dieses Argument ist scheinheilig", so Gassen. Dabei werde schließlich völlig außer acht gelassen, dass dem Kabelnetzbetreiber durch die Einspeisung der HD-Sender ins Kabelnetz kosten entstünden.
Ferner sei es laut Gassen ein "über Jahre unverändertes Geschäftsmodell, dass die Sender für die Verbreitung ihrer Programme im Kabel Einspeiseentgelte je nach genutzter Kapazität und Reichweite bezahlen, ganz so wie die Sender auch die Kapazitäten bei Satellit und DVB-T bezahlen. Anders als beim Satelliten würden sich die Sender aber nun weigern, sich auch an den Kosten für eine HD-Verbreitung zu beteiligen und so den Kabelkunden den Weg zu hochauflösendem Fernsehen versperren. Kabel Deutschland könnte bei einer Kostenbeteiligung der Sender sofort mit der HD-Einspeisung beginnen.
"Wir können den Kabelkunden nur empfehlen, Druck auf die Sender auszuüben, damit diese nicht länger ihre Marktmacht zu Lasten der Kunden missbrauchen", so Gassens Fazit. Einige HDTV-Interessierte scheinen dies jedoch etwas anders zu sehen. Sie haben unter dem Motto "Scharfe Weihnachten bei den Öffentlich-Rechtlichen, aber die Kunden von KDG gucken in die Röhre ... " eine Online-Petition gestartet , die an die KDG-Geschäftsführer Dr. Adrian v. Hammerstein, Erik Adams, Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares und Paul Thomason gerichtet ist. Darin werden diese aufgefordert, "14 Stunden am Tag mit den Anbietern" zu verhandeln – und bis zu einer Einigung bezüglich des im Februar startenden Regelbetriebs von Das Erste HD und ZDF HD erst einmal die Showcases einzuspeisen. Die Petition, die mit der Warnung "Wer zu spät einspeist, den bestraft der Kundenverlust" endet, haben bis zum heutigen Mittwoch Morgen 2600 Personen unterschrieben.
(nij)