Studie: IT-Beschäftigte wollen ihre Arbeitszeit eingrenzen

Sozialwissenschaftler haben herausgefunden, dass IT-Beschäftigte festere Grenzen zwischen Arbeit und Leben ziehen wollen.

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Beschäftigte von IT-Firmen neigen zu dem Wunsch, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und festere Grenzen zwischen Arbeit und Leben zu setzen. Das hat das Forschungsvorhaben Arbeitsbeziehungen in der IT-Industrie (ARB-IT2) des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung in München (ISF) herausgefunden. Zwischenergebnisse des Forschungsvorhabens wurden heute bei der Tagung New Economy -- Selbstbestimmung statt Mitbestimmung? der Hans-Böckler-Stiftung in Berlin vorgestellt.

Im Rahmen des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekts haben Dr. Andreas Boes und Kira Marrs Interviews mit Entwicklern, Beratern, Führungskräften und Verwaltungsangestellten aus großen, mittleren und kleinen, meist betriebsratslosen Unternehmen geführt. Die Ergebnisse stünden im scharfen Kontrast zu der "gängigen Vorstellung, für diese modernen Arbeitskräfte sei Mitbestimmung eine Sache von gestern". Der Krisen- und Schrumpfungsprozess der IT-Unternehmen sei wohl nicht nur eine Phase, man könne eher von einem neuen Normalzustand sprechen, der die Kultur dieses Wirtschaftsbereichs auf längere Sicht prägen könnte.

Diese offene Situation spiegele sich deutlich in den Erfahrungen der Beschäftigten wider. Durch Kostenkontrolle, Rationalisierung, Personalabbau und anderes werde die spezifische Kultur der IT-Unternehmen erschüttert. Werte wie Selbstbestimmung und Gemeinschaftsgefühl litten unter dieser Entwicklung. Dabei seien diese Werte der New Economy und der Alternativbewegung den Beschäftigten in ihrer Arbeit sehr wichtig. Die Befragten interessierten sich zunehmend an einer Begrenzung der Arbeit und ihrer Übergriffe auf das Leben und sie suchten nach Möglichkeiten, ihre Interessen durchzusetzen. (anw)