ver.di: Telekom streicht 2000 Ausbildungsplätze

"Dies ist unverständlich bei einem Konzernüberschuss von 1,6 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen dieses Jahres und einem erfolgreichen Schuldenabbau", kritisiert die Gewerkschaft.

vorlesen Druckansicht 202 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Die Deutsche Telekom will im nächsten Jahr die Hälfte ihrer 4000 Ausbildungsplätze streichen, teilt die Gewerkschaft ver.di mit. "Dies ist unverständlich bei einem Konzernüberschuss von 1,6 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen dieses Jahres und einem erfolgreichen Schuldenabbau", sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Franz Treml. Bereits im Mai hatte die Gewerkschaft die Telekom vor einem solchen Schritt gewarnt. Im September erneuerte sie ihre Kritik.

Jetzt sei der Bund als Miteigentümer der Telekom gefordert. Es sei irritierend, dass Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement und Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn noch vor kurzem Ausbildungsplätze bei Unternehmen eingeklagt hätten und nun selbst ihrer Verantwortung für die Jugend nicht nachkämen. Am 1. Dezember will die ver.di-Jugend mit Auszubildenden vor der Konzernzentrale der Telekom in Bonn protestieren. Ein Telekom-Sprecher sagte laut dpa, der Abbau von Lehrstellen werde diskutiert, genaue Zahlen gebe es aber nicht. Im kommenden Jahr werde die Zahl "irgendwo zwischen 1000 und 4000 liegen".

Weiterhin teilt die Gewerkschaft mit, die Deutsche Telekom streiche in Niedersachsen, Westfalen und Lippe insgesamt 335 Arbeitsplätze. Betroffen seien Mitarbeiter der Privatkunden-Niederlassung Bielefeld, teilte ein ver.di-Sprecher heute mit. In Westfalen-Lippe seien die Standorte Minden, Detmold, Oeynhausen und Paderborn betroffen, darüber hinaus unter anderem auch Göttingen, Hannover, Osnabrück, Oldenburg, Leer und Braunschweig. Die Betroffenen sollen an andere Arbeitgeber vermittelt werden. (anw)