Vögelabschießen: SEGA möchte "Angry Birds"-Entwickler kaufen

SEGA nähert sich dem Kauf von Rovio Entertainment. Der Entwickler des Smartphone-Spiels "Angry Bird" soll 1 Milliarde Dollar erhalten.

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Rovio

(Bild: yoshi0511/Shutterstock.com)

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Das japanische Konglomerat Sega Sammy Holdings Inc. plant den Kauf des Spielentwicklers Rovio Entertainment – für einen Preis von 1 Milliarde US-Dollar, berichtet die amerikanische Wirtschaftszeitung The Wall Street Journal und bezieht sich auf mit der Sache vertraute Personen. Das finnische Entwicklerstudio Rovio Entertainment ist für das Smartphone-Spiel "Angry Birds" bekannt, das 2009 veröffentlicht und eigenen Angaben zufolge das erste Mobile-Game mit einer Milliarde Downloads wurde.

Apple veröffentlichte das erste iPhone 2007. Damals steckte Smartphone-Technologie also noch in ihren Anfängen. Trotzdem nutzte "Angry Birds" das Potenzial des Touchscreens aus: Mit einem Ziehen betätigen Spieler eine mit Vögeln geladene Steinschleuder, um Schweinchen abzuschießen. Die App war nicht nur bei Spielern beliebt: Damals sollen die amerikanischen bzw. britischen Geheimdienste NSA und GCHQ die App benutzt haben, um Nutzerdaten abzufangen.

Rovio Entertainment konnte den Erfolg der Spieleserie nicht wiederholen – mehrere Runden Stellenabbau folgten. Um das Geschäft weiter wachsen zu lassen und Schulden abzubezahlen, ging das Unternehmen 2017 mit einem Marktwert von knapp 900 Millionen Euro an die Börse. Doch schon die ersten Quartalszahlen enttäuschten.

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Anfang dieses Jahres wollte der israelische Mobilspiele-Macher Playtika das finnische Unternehmen für 800 Millionen Dollar kaufen – im März scheiterte der Deal. Nun bietet Sega eine Milliarde Dollar für Rovio Entertainment. Im Vergleich: Sony hatte letztes Jahr Bungie, das Spielstudio hinter Destiny und Halo, für 3,6 Milliarden Dollar gekauft. Trotz finanzieller Notlage wird der Erfolg von Angry Birds sicherlich noch viele Jahre Spieleentwickler inspirieren – besonders die, die sich mit der frühen Entwicklungsphase von VR-Headsets auseinandersetzen müssen.

(szo)