Finanzierung fĂĽr digitales Radioteleskop gesichert
Die Zusage von 50 Millionen Euro durch das holländische Kabinett sichert die Finanzierung des digitalen Radioteleskops LOFAR, freut sich die Max-Planck-Gesellschaft.
Die Zusage von 50 Millionen Euro durch das holländische Kabinett sichert die Finanzierung des digitalen Radioteleskops LOFAR, freut sich die Max-Planck-Gesellschaft. LOFAR (LOw Frequency ARray) -- ein neuartiges astronomisches Radioteleskop mit Basislängen zwischen zehn Metern und 300 Kilometern, das im Frequenzbereich von 10-250 MHz arbeitet -- soll ab 2004 gebaut werden und ab 2006 in Betrieb gehen.
Das Teleskop soll dann aus 25.000 einfachen Radioantennen bestehen, die -- in 100 Stationen zusammengefasst -- über eine kreisförmige Fläche mit 350 km Durchmesser verteilt werden. Die Stationen liefern die Daten über ein "Internet-System der nächsten Generation" mit einer Bandbreite von bis zu zehn Terabit pro Sekunde an einen zentralen Superrechner. Mit Hilfe der so genannten Phased-Array-Technologie werden die Daten dort ausgewertet -- auf diese Weise soll ein "vollständig steuerbares Teleskop komplett ohne bewegliche mechanische Teile" konstruiert werden.
Der Frequenzbereich des Teleskops liegt bei langen Radiowellen zwischen 10 und 200 Megahertz. Dieser Bereich ist besonders interessant, weil man hier die Strahlung des Wasserstoffatoms aus dem frühen Universum beobachtet. Denn die bekannte "21 Zentimeter-Linie" des atomaren Wasserstoffs bei 1400 Megahertz wird durch die schnelle Expansion des frühen Universums um einen Faktor 10 bis 20 in den Frequenzbereich von LOFAR verschoben, erklären die Forscher. Damit soll es möglich werden, die allererste Generation von Sternen und Schwarzen Löchern im Universum zu entdecken. (wst)