Statistik der Woche: Woher das Geld für die Malaria-Forschung kommt
Der Welt-Malaria-Tag lenkt die Aufmerksamkeit auf die Infektionskrankheit. Unsere Infografik zeigt, wie sich die Finanzierung der Malaria-Bekämpfung aufteilt.
(Bild: Statista)
- René Bocksch
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzte die Zahl der weltweiten Malaria-Fälle im Jahr 2021 auf rund 247 Millionen in 84 endemischen Ländern. Gegenüber dem Vorjahr war die Fallzahl somit um etwa zwei Millionen angestiegen. Die deutliche Mehrheit der Fälle wurde auf dem afrikanischen Kontinent gezählt.
Videos by heise
Insgesamt entfallen rund 96 Prozent aller Malaria-Erkrankungen auf nur 29 Länder. Ein Viertel der globalen Fälle wurden in Nigeria registriert. Die Infektionskrankheit kann zwar in den meisten Fällen behandelt werden, dennoch gehört Malaria in Afrika zu den zehn häufigsten Todesursachen. Rund 96 Prozent der mehr als 618.000 globalen Todesfälle entfallen auf den Kontinent.
Investitionen in die Malaria-Forschung
Umso wichtiger ist es für die endemischen Länder wirksame Mittel gegen Malaria zu finden. Rund ein Drittel der Finanzierung für die Malaria-Bekämpfung stammt aus den betroffenen 84 Staaten. Die meisten Geldmittel haben jedoch die Vereinigten Staaten von Amerika (36 Prozent) zur Verfügung gestellt. Deutschland war in den vergangenen zehn Jahren für rund drei Prozent der globalen Finanzierung verantwortlich. Das zeigt auch, wie abhängig die endemischen Länder von der finanziellen Hilfe aus dem Ausland sind. Ohne die Geldgeber aus den nicht-betroffenen Regionen, würden Forschung und Bekämpfung längst an ihre Grenzen stoßen.
Dass in der Malariaforschung noch viel Luft nach oben ist, zeigt die Statista-Grafik. Während für die Forschung an HIV und AIDS 2021 rund 1,5 Milliarden US-Dollar investiert wurden, waren es bei Malaria nur etwa 626 Millionen US-Dollar. Und dass, obwohl die Anzahl der jährlichen Todesopfer in Folge dieser Krankheiten ähnlich hoch ist. Allein die Forschung an HIV-Impfungen übersteigt die Forschungsfinanzierung für beispielsweise Tuberkulose und Malaria. Der größte Teil der Malaria-Forschungsmittel wird für Medikamente (255 Mio. US-Dollar) aufgewendet, danach folgen die Bereiche Grundlagenforschung (166 Mio. US-Dollar) und Impfungen (118 Mio. US-Dollar).
Malaria hat mehrere Unterarten, die sich häufig verändern und anpassen, daher kann eine Erkrankung auch mehrmals erfolgen. Vermehrte Einnahme von Malaria-Medikamenten in Folge von häufiger Erkrankung führt bei vielen Menschen zu einer Resistenz gegen die Medikation. Auch fanden die US-Behörden Centers for Disease Control and Prevention (CDC) heraus, dass zwei der vier Malaria-Parasiten bereits Immunität gegen die üblichen Medikamente entwickelt haben, was den Kampf gegen die Krankheit zunehmend erschwert.
(jle)