Nexus: Google hat Markenärger mit Erben von Philip K. Dick
Die Erben des Schriftstellers, aus dessen Feder die Romanvorlage fĂĽr den Kultfllm "Blade Runner" stammt und der seine Androiden "Nexus-6" getauft hat, erheben MarkenansprĂĽche gegen Googles Smartphone Nexus One.
Die Erben des verstorbenen US-Schriftstellers Philip K. Dick werfen Google wegen des Namens des Smartphones "Nexus One" Markenrechtsverletzungen vor. "Wir glauben, dass dies eine klare Verletzung unserer geistigen Eigentumsrechte ist", sagte eine Tochter des Autors, Isa Dick Hackett, dem Wall Street Journal. Das von Hackett und einer Schwester geführte Unternehmen Electric Shepherd Productions, das die Verwertung der Werke ihres Vaters kontrolliert, hat anderen Berichten zufolge Google am Mittwoch schriftlich zur Unterlassung aufgefordert und erwägt weitere rechtliche Schritte.
Dick ist Autor unter anderem des 1968 erschienenen Romans "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" ("Do Androids Dream of Electric Sheep? "), nach dessen Motiven der 1982 in die Kinos gekommene Kultfilm "Blade Runner" entstand. Die Nachlassverwalter des Schriftstellers erheben Medienberichten zufolge Anspruch auf die Marke "Nexus". In Roman und Film ist Nexus-6 eine Typenbezeichnung für die sechste Generation eines besonders menschenähnlichen Androiden.
Hackett hatte bereits im Dezember, als erste GerĂĽchte ĂĽber das Nexus One die Runde machten, gegenĂĽber der New York Times ihre BestĂĽrzung ĂĽber Googles Namenswahl zum Ausdruck gebracht. "Wir wurden nie hinzugezogen", sagte sie damals der Zeitung. "Es gab keine Anfragen, und wir haben auch nicht irgendwelche Genehmigungen erteilt."
Zwar haben die Dick-Erben keine entsprechende Marke eingetragen, doch sieht Hackett einen klaren Bezug zum Werk ihres Vaters – verstärkt noch durch die im Nexus One eingesetzte Software-Plattform Android. Google betonte dagegen die eigentliche Bedeutung des Wortes Nexus – eine Verknüpfung oder ein Ort, an dem verschiedene Dinge zusammenlaufen. Der Suchmaschinenriese hat "Nexus One" als Marke für Smartphones beim US-Patentamt beantragt.
Markenrechtsexperten sind den Berichten zufolge skeptisch, ob die Dick-Erben ihren Anspruch durchsetzen können. Sie müssten überzeugend darlegen, dass der Begriff bei einer breiten Öffentlichkeit mit dem Androiden aus Dicks Roman verknüpft ist und so der Eindruck entstehen könnte, das Google-Phone habe etwas mit dem Schriftsteller zu tun. (vbr)