TU-Chemnitz feiert Durchbruch in der Polymerelektronik

Wissenschaftler am Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz haben ein Massendruckverfahren für Polymer-Transistoren entwickelt, das eine Druckgeschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde erlaubt.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Wissenschaftler am Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz haben ein Massendruckverfahren für Polymer-Transistoren entwickelt, das eine Druckgeschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde erlaubt. Nach Angaben des Institutes ist das "eine neue Dimension der Fertigungsgeschwindigkeit". Gedruckte Polymer-Chips könnten beispielsweise in Waren-Etiketten, Gepäckanhängern oder Verpackungen eingesetzt werden.

Das neue Polymer-Druckverfahren basiert auf klassischen Drucktechniken: Dabei werden die Kunststoffmoleküle, die entweder leitend, halbleitend oder isolierend sind, in hauchfeinen Schichten mit hoher Präzision übereinander gedruckt. Die Kunststoffe lassen sich ähnlich wie Tinte verarbeiten. Im Vergleich zum klassischen Drucken sind die Anforderungen an die Genauigkeit sowie an die chemischen Eigenschaften der Druckstoffe wesentlich höher, obwohl die Strukturbreiten der gedruckten Transistoren wesentlich größer sind als die von Silizium-Chips -- denn Druckfehler würden sofort zu Funktionsstörungen führen. Das Verfahren ist allerdings wesentlich kostengünstiger und schneller als die herkömmliche Silizium-Technologie.

Seit zwei Jahren tüfteln die Chemnitzer Druckexperten an einem polymertauglichen und zugleich möglichst kostengünstigen Druckverfahren. Mit im Boot sind Firmen wie Siemens, Merck und MAN-Roland. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte das Vorhaben bisher mit etwa 700.000 Euro. Der Konkurrenzkampf auf diesem Gebiet ist allerdings sehr scharf -- vor kurzem gab beispielsweise der Drucker-Spezialist Xerox entsprechende technische Erfolge bekannt. (wst)