Disney und Nokia basteln am Spielzeug von morgen
Vertreter von Disney, Nokia und mehreren Spielwarenherstellern zeigen und erklären im Rahmen der Konferenz Kids@Play ihre Pläne für künftige, interaktive Spielsachen.
Vertreter von Disney, Nokia und mehreren Spielwarenherstellern zeigen und erklären im Rahmen der CES-Konferenz Kids@Play ihre Pläne für künftige, interaktive Spielsachen. Ausstellen wollen der US-Medienriese und der Handy-Hersteller aus Finnland ihre Prototypen noch nicht, gewährten aber erste Blicke in ihre Labors.
Elektronische Spielsachen müssten weniger für kleine Individuen, sondern eher für die ganze Familie entwickelt werden, lautet der Kernsatz von Nokia-Forscherin Mirjana Spasojevic. Gemeinsam mit den Produzenten der TV-Sendung Sesamstrasse will Nokias Research Center in Palo Alto etwa die Gute-Nacht-Geschichte dem 21. Jahrhundert anpassen. Kinderbücher werden beispielsweise von den entfernt lebenden Großeltern per Videotelefonat vorgelesen. In beiden Haushalten muss dazu ein Videokonferenzgerät vom Typ "Video Story Time" vorhanden sein. Speziell konzipierte Bücher mit eingelassenen Sensoren werden auf ein Tablet-artiges Gerät mit zwei Bildschirmen gelegt. Auf dem einen Display können sich sich Kind und Vorleser sehen, der andere Schirm zeigt interaktive Figuren aus dem Sesamstraße-Buch an, die auf den jeweils gelesenen Teil der Geschichte reagieren. Laut Nokias Experimenten beschäftigen Eltern und Kinder sich länger und intensiver mit den Geschichten als bei herkömmlichen Gute-Nacht-Büchern.
(Bild:Â Nokia)
Bei Disney gilt die Devise, so viele Trickfilmfiguren aus den erfolgreichen Animationsfilmen wie möglich in Actionspielzeug umzusetzen. Künftig sollen demnach aus Aladin, Pocahontas oder Wall-E kleine Roboter werden, die sehen, sprechen und sich bewegen können. Mit Kamera und Mikrofon sowie Bewegungs- und Entfernungssensoren nehmen die Puppen ihre Umgebung wahr; integrierte Chips und KI-Programme sorgen für maschinelles Sehen und Sprachverstehen.
In dem Project "Toybridge" will der Unterhaltungskonzern die intelligenten Spielsachen mit virtuellen Doppelgängern in Web verknüpfen, berichtete ein Disney-Produktmanager. Vor einer Web-Kamera hin und her bewegt kann eine KI-Puppe die Steuerung ihres eigenen Avatar innerhalb einer Adobe-Flash-basierten Web-Anwendung übernehmen. Der virtuelle Doppelgänger mimt die Bewegungen der Puppe und legt die gleiche Kleidung an. Bei dieser Technologie habe man sich unter anderem von den Möglichkeiten von Microsofts Spielsteuerung Natal inspirieren lassen, sagte der Disney-Vertreter. (nij)