Studie: Nutzung von E-Government stagniert

Die Nutzung von Behördenangeboten im Internet erlebt in Deutschland noch keinen Boom.

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Nur etwa jeder zweite Internetnutzer in Deutschland besucht Behörden im Netz. Gemessen an der Gesamtbevölkerung seien es gerade einmal 26 Prozent, teilte das Marktforschungsinstitut TNS Emnid heute in Bielefeld mit. Die Bundesrepublik liege damit bei einem Vergleich von 32 Ländern zur Nutzung des E-Government auf Platz 19. Für die Studie wurden 1011 Menschen im Alter über 14 Jahren telefonisch befragt.

Zwar sei der Anteil der Nutzer von E-Government in Deutschland von 24 Prozent im Vorjahr auf nun 26 Prozent gemessen an der Bevölkerung gestiegen, jedoch stehe dem ein rückläufiger Trend unter den Internet-Nutzern gegenüber. In den vergangenen zwölf Monaten hätten 55 Prozent der deutschen Onliner auf E-Government-Angebote geklickt. 2002 hätten noch 57 Prozent behördliche Homepages besucht.

Am beliebtesten seien die Seiten zum Beschaffen von Informationen (21 Prozent). Download-Angebote werden nur von 8 Prozent der Befragten angenommen. Transaktionen mit der Behörde, bei denen Kreditkarten- oder Kontonummer angegeben werden müssen, werden nur von 6 Prozent abgewickelt. Sicherheitsbedenken geben den Ausschlag: 81 Prozent der Bundesbürger halten die Nutzung elektronischer Behördendienste für unsicher. Im internationalen Schnitt lag die "Skeptiker-Quote" bei 58 Prozent.

"Zwar gibt es beim E-Government Fortschritte, und eine Vielzahl von Angeboten ist online, jedoch werden sie vom Bürger kaum wahrgenommen", sagte TNS Emnid-Experte Tristan Helmreich. "Die Einbahnstraße vom Anbieter zum Nutzer kann nur dann zu einem beiderseitig stärker genutzten Datenhighway werden, wenn endlich mehr attraktive Angebote online gehen, die dann -- ebenso wie das Thema Sicherheit -- offensiv kommuniziert werden." (anw)