LED-Projektoren für alle Lebenslagen
Die neue Generation der Pico-Projektoren kommt mit höherer Auflösung und eingebauten Medienplayern - die Helligkeit lässt aber immer noch zu wünschen übrig. Bei den netzgebundenen Geräte hat sich die Leuchtkraft extrem verbessert.
Sie sind überall: Kleinstprojektoren mit LED-Lichtquelle sieht man auf der CES an jeder Ecke. So zeigt Chip-Riese Texas Instruments, der den von vielen Herstellern eingesetzten DLP-Spiegelchip produziert, auf der Messe mehr als ein Dutzend neuer Geräte in unterschiedlichsten Darreichungsformen: eingebaut in Handys oder Kameras, als günstige Gaming-Beamer, als akkubetriebene Geräte für die Hosentasche mit und ohne integrierten Medienplayer sowie als netzgebundene Beamer fürs Notebook.
Die vielen Gesichter der LED-Projektion (6 Bilder)

Die vielen Gesichter der LED-Projektion
Besonders stolz ist man bei Texas Instruments auf den neuen Pico-DLP-Chip, der in den ganz kleinen Geräten eingesetzt wird. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist er nicht nur um 20 Prozent geschrumpft, sondern liefert nun sogar die WVGA-Auflösung (854 × 480 Pixel). Die vorherige Generation schaffte nur HVGA (480 × 320 Pixel). Eines der ersten Geräte mit dem neuen Projektionschip ist das Mobiltelefon W9600 von Samsung. Ob das unter dem koreanischen AnyCall-Label vertriebene Leuchthandy jemals in Europa ankommen wird, steht noch in den Sternen. Außerdem nutzen die neuen Optoma-Picobeamer PK201 und PK301 den neuen DLP-Chip. Im Unterschied zum Vorgänger PK101 (siehe auch diesen Vergleichstest), haben die neuen Optoma-Handschmeichler einen Medienplayer eingebaut. Ohnehin geht bei den meisten neuen Hosentaschen-Geräten nichts mehr ohne integrierte Player – denn Kabelsalat nervt unterwegs besonders.
In puncto Helligkeit hat sich bei den akkubetriebenen Modellen für die Hosentasche allerdings nicht viel getan: Mehr als maximal 15 Lumen sind nicht drin, im letzten Jahr waren es maximal 12 Lumen. Das gilt nicht nur für Geräte mit DLP-Technik, sondern auch für LCoS-Modelle. Die neuen Laserprojektoren erreichen bislang ebenfalls nur 10 bis 15 Lumen, haben aber den Vorteil, dass man die Schärfe nicht von Hand regulieren muss.
Frappierende Fortschritte haben die Ingenieure allerdings bei den netzgebundenen LED-Beamern erzielt. So erreicht beispielsweise der auf der CES vorgestellte Bürobeamer F10M von Samsung satte 1000 Lumen. Mit 4,5 Kilogramm ist das Gerät jedoch nicht leichter als konventionelle Projektoren. Der große Vorteil liegt in der Lebensdauer der Lichtquelle: Samsung gibt 30.000 Stunden an, herkömmliche Beamerlampen müssen meist nach 3000 Stunden gewechselt werden. Noch mehr Licht zaubert Casio aus seinen neuen "Green-Slim"-Projektoren: Bis zu 3000 Lumen sind möglich. Die Casio-Beamer halten zwar ebenfalls viel länger als herkömmliche, nutzen aber nicht ausschließlich LED-Lichtquellen, sondern zusätzlich Laser und Phosphor.
(jkj)