Nächste Runde im Programmierwettbewerb "Imagine Cup"

Die Registrierung für den "Imagine Cup" läuft: Studierende und Schüler können sich auch 2010 wieder zur Teilnahme bei dem von Microsoft ausgerichteten internationalen Technik-Wettbewerb anmelden.

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  • Dorothee Wiegand

Bereits zum achten Mal wird Microsoft 2010 seinen internationalen Programmierwettbewerb durchführen. Beim Imagine Cup misst sich der IT-Nachwuchs in den fünf Kategorien "Software Design", "Embedded Development", "Game Design", "Digital Media" und "IT Challenge". Studenten aus Deutschland finden auf der deutschen Internetseite alle nötigen Informationen zur Teilnahme. Inhaltlich sollen die Arbeiten der Teilnehmer sich wie im Vorjahr an den Millenniumszielen der Vereinten Nationen orientieren. Das Motto lautet daher erneut "Technologie für eine bessere Welt", Partner sind in diesem Jahr neben anderen die Umweltstiftung WWF, die Welthungerhilfe und Ärzte für die Dritte Welt.

Wer in den Disziplinen Software Design oder Embedded Development mitmachen möchte, muss bis zum 15. Februar eine Mappe einreichen, in der die Idee eines Projekts samt grober Skizze der Software- oder Hardware-Architektur dargestellt wird. Diese Neuerung im Ablauf soll dazu dienen, die Ideen der Studenten vorab auf ihre Alltagstauglichkeit hin abzuklopfen. Microsoft-Partner sehen die Projektentwürfe durch, bevor die Teilnehmer großen Programmieraufwand betreiben und dabei womöglich an der Realität vorbei arbeiten. Die Änderung geht laut Veranstalter auf Anregungen von gemeinnützigen Organisationen zurück, die im vergangenen Jahr als Jury-Mitglieder die eingereichten Arbeiten beurteilten.

Während es in den beiden Kategorien Software Design oder Embedded Development auch in diesem Jahr nationale Vorentscheide geben soll, werden die besten Teams in den anderen Disziplinen 2010 ausschließlich online ermittelt. Alle Sieger-Teams fahren im Juli zum internationalen Finale nach Warschau. Dort haben sie die Chance, Trainings sowie Sach- und Geldpreise im Wert von insgesamt über 170.000 US-Dollar zu gewinnen. Im vergangenen Jahr hatte Microsoft 444 Studierende aus 70 Ländern zum Finale des Imagine Cup nach Kairo eingeladen.

"Wissenschaft und Informationstechnologie spielen eine immer größere Rolle, um die aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel oder Bildung und Gesundheit für jedermann zu lösen. Wir sind schon gespannt auf die innovativen Lösungen," erklärt Dr. Said Zahedani, bei Microsoft als Senior Director Developer Platform and Strategy Group tätig. Für den Softwarekonzern geht es neben dem Engagement für die gute Sache sicher auch darum, das Interesse des IT-Nachwuchs auf Microsoft-Produkte zu lenken, sowie um die Rekrutierung fähiger Köpfe. Für Studenten kann der Wettbewerb durchaus den Einstieg in eine IT-Karriere bedeuten, wie der Werdegang bisheriger Teilnehmer zeigt.

So nahmen Frank Götz, Florian Leckebusch und Ingo Köster von den Universitäten Paderborn und Münster sowie der FH Dortmund als Team "Monkeys in Spacesuits" in der Kategorie "Game Design" am Imagine Cup 2008 teil. Auch wenn ihr Spiel "Megalopolis" keinen der ersten drei Plätze erreichte, entwickelten sie das Spiel nach dem Imagine Cup weiter. Im Sommer 2009 wurde die finale Version veröffentlicht und bis heute bereits über 20.000 Mal als Demoversion heruntergeladen. Auch das Spiel "Imagine Earth " von Martin Wahnschaffe und Jochen Isensee aus Braunschweig entstand ursprünglich als Beitrag zum Imagine Cup. Es gewann auf der CeBIT 2009 den Serious Games Award als bestes Spiel in der Kategorie "Persuasive Game".

Bereits 2005 hatten Rolf Kluge, Katrin Letz, Roman Belter und Daniela Malek, damals noch Studenten der Universität Leipzig und der FH Merseburg, das deutsche Finale des Imagine Cup im Bereich Software Design gewonnen, international reichte es für den vierten Platz. Ihre Applikation "SmartRunner" zeichnet per GPS-Handy die persönlichen Sport- und Freizeitaktivitäten ohne zusätzliche Geräte auf und kann die Strecken auf einer Webseite veröffentlichen. Sie ist für verschiedene Handy-Typen kostenlos erhältlich. "Am Imagine Cup hat uns gereizt, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, unser Projekt der Öffentlichkeit zu präsentieren", sagt Rolf Kluge. "Mittlerweile haben bereits zehntausende Nutzer über 60.000 Strecken veröffentlicht und täglich kommen hunderte neue Tracks hinzu." (dwi)