Chat um 15 Uhr: Wenn die Filmindustrie abschreckt

Heute diskutieren im heise online-Chat zwei Vertreter der Filmwirtschaft, ein Politiker und ein c't-Redakteur die Kampagne "Hart aber gerecht", die das fehlende Unrechtsbewusstsein des Endverbrauchers schärfen soll.

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Von
  • Michael Wilde

Die Filmindustrie ist nicht zimperlich, wenn es um die Aufklärung der Mitbürger über die aktuelle Rechtslage beim Urheberschutz geht. "Raubkopierer sind Verbrecher" heißt es auf Plakaten und Werbespots der Kampagne "Hart aber gerecht", die die ZKM Zukunft Kino Marketing GmbH, eine Tochtergesellschaft verschiedener Branchenverbände, in den vergangenen Tagen gestartet hat. Auf den Zuschauer wirken die Themen und Motive eher abschreckend als aufklärend, denn zwischen dem Gelegenheitskopierer und dem organisierten Raubkopierer scheint es kaum noch einen Unterschied zu geben. Doch Dr. Elke Esser, die Geschäftsführerin der ZKM, schränkt ein: "Um die Illegalität von Raubkopien zu verdeutlichen, führt die Kampagne die Rechtsfolgen für kriminell organisierte Raubkopierer vor Augen".

Plakat der Kampagne "Hart aber gerecht"

800 Millionen Euro Einbußen allein im Jahre 2002 soll die Industrie durch illegales Brennen von Spielfilmen auf CDs und DVDs erlitten haben. So wird verständlich, dass sich die Branche wehrt. Johannes Klingsporn, der Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher (VdF), erläutert die Absichten: "Film- und Videowirtschaft können und werden den Diebstahl von Filmen nicht tolerieren".

Arne Brand, Pressesprecher des Virtuellen Ortsverbands der SPD (VOV), ist ein Werbespot besonders unangenehm aufgefallen. Er behauptet, dass sich in dem "Knasti"-Werbespot zwei Inhaftierte sichtlich auf die Vergewaltigung neu eingelieferter Raubkopierer freuen. Sein Urteil fällt daher vernichtend aus: "Mit ihrer Kampagne ‘Hart aber gerecht‘ zeigt die Filmindustrie ein menschenverachtendes Weltbild!"

Heute treffen sich die Kontrahenten der Filmwirtschaft und des Virtuellen Ortsverbands der SPD erstmals, um ihre Positionen direkt auszutauschen. Ab 15 Uhr diskutieren in unserem Chat Dr. Elke Esser, Johannes Klingsporn und Arne Brand zusammen mit dem c't-Ressortleiter Volker Zota die Frage, ob das Vorgehen gegen organisierte Raubkopierer so gestaltet sein muss, dass sich der unbescholtene Bürger, der ab und zu eine DVD mit seiner Lieblingsserie aus dem Fernsehen brennt, verwundert die Augen reibt.

Der Chat-Raum ist bereits ab 14 Uhr geöffnet. Zu dieser Zeit blenden wir Links auf der Homepage und auf den Chat-Seiten ein, die Sie direkt zur Veranstaltung führen. (mw)