Cybererotik in China gefragt
Der chinesische Teil des Netzes ist stark geprägt von per Internet zu nutzenden SMS-Angeboten mit schlüpfrigen Inhalten und Softpornos, die von dem neuen Berufszweig der SMS-Schreiber in Akkordarbeit erstellt werden.
Das SMS-Geschäft in China boomt: Die im Nasdaq ablesbaren Aktienkurse der drei chinesischen Megaportale Sina.com, Sohu.com und Netease.com befinden sich im Höhenflug. Grund dafür sind die hohen Einnahmen aus dem SMS-Geschäft. Mit ihren überaus erfolgreichen SMS-Allianzen haben die großen Service Provider ein "Erotik-Netz" in nie gekannter Weise in China aufgebaut. Der chinesische Teil des Netzes ist stark geprägt von den per Internet zu nutzenden SMS-Angeboten der Allianzen mit schlüpfrigen Inhalten und Softpornos, die von dem neuen Berufszweig der SMS-Schreiber in Akkordarbeit erstellt werden. Vor allem junge Chinesen, die einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens auf SMS verwenden, nutzen diesen Service.
Als Ding Lei, der Gründer von Netease.com und inzwischen auch der reichste Mann in China, sagte, man verdiene selbst im Schlaf Millionen und als zigtausende SMS-Schreiber gerade von noch mehr Geld träumten, entschied am 1. August China Mobile, alle Geschäftsaufträge der SMS-Allianzen für drei Monate einzufrieren, um schließlich die Bündnisse zu zerschlagen. Also eine miese Nachricht für die Service-Provider, vor allem aber ein harter Schlag für jene, bei denen der SMS-Service das A und O des Geschäftes ist. Die Branche rätselt, ob es sich nur um vorübergehende Regulierung handelt oder doch um das endgültige Aus. Eins steht aber fest: Tausende von SMS-Schreiber haben erst einmal ihre Arbeitsplätze verloren.
Siehe dazu in Telepolis: (anw)