Siemens setzt bei Software auf Märkte im Osten
Langfristig soll die Software-Entwicklung näher an den Wachstumsmärkten im Osten erfolgen.
Bei der Software-Entwicklung setzt Siemens auf die Wachstumsmärkte in China, Russland, Indien und Osteuropa. "Wir müssen uns diesem Trend stellen, wie alle unsere Wettbewerber, und teilweise auch Aktivitäten dorthin verlagern", hatte Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer bereits am vergangenen Freitag angekündigt. Er halte es für realistisch, dass in einigen Jahren etwa ein Drittel der Entwicklungsarbeiten für Siemens an Niedriglohnstandorten geleistet wird. "Es handelt sich dabei allerdings um eine langfristige Entwicklung. Wir verfallen nicht in kurzfristigen Aktionismus", erläuterte Siemens-Sprecher Peter Gottal gegenüber heise online.
Zudem betonte Gottal, dass keiner der etwa 30.000 Arbeitsplätze bei Siemens Forschung und Entwicklung in Deutschland gefährdet sei. "Wir lagern nicht aus und lassen den Standort auch nicht ausbluten. Langfristig werden aber neue Stellen dort geschaffen, wo wir strategische Vorteile haben und nahe an den Wachstumsmärkten sind", so Gottal.
Gegenüber der Financial Times Deutschland hatte Vorstand Feldmeyer zuvor härtere Töne angeschlagen: "Wir sind mit den Rahmenbedingungen in Deutschland, wenn wir sie mit denjenigen in den wachstumsstärksten Ländern vergleichen, überhaupt nicht zufrieden." Dem Vernehmen nach hatte dies unter Siemens-Mitarbeitern zu kritischen Reaktionen geführt. (tol)