Streit um Desktop-System für UserLinux

Bruce Perens begründet seine Entscheidung für GNOME statt KDE als Desktop für UserLinux.

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Bruce Perens' Vorschlag, als Desktop-System für das von ihm angeregte UserLinux GNOME statt KDE zu verwenden, hat anscheinend die Gemüter aufgewühlt. Der Open-Source-Protagonist schreibt in einem Artikel für NewsForge, auf der UserLinux-Mailingliste habe sich eine längere Diskussion um das Thema entzündet. Innerhalb einer Woche seien 200 Beiträge zusammengekommen. Bei anderer Software habe dagegen schnell ein Konsens erzielt werden können.

Beide Desktop-Systeme hätten ihre technischen Vorzüge, schreibt Perens, in manchen Bereichen überträfen sie sich gegenseitig. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sei aber, GNOME koste, anders als Qt, das die Basis für KDE bilde, keine Lizenzgebühren bei der Softwareentwicklung für kommerzielle Anwendungen. Da es aber besser sei, dass Entwickler nur mit einem Software-Development-Kit arbeiten, habe man sich für GNOME entschieden.

Es sei wichtig, mehr freie Software auf den Markt zu bringen, begründet Perens weiter. Doch um den Fuß in Unternehmen zu bekommen, benötige man proprietäre und kostengünstige Software. Es sei möglich, sowohl freie als auch proprietäre Software für Entwickler frei von Lizenzgebühren zu halten. Darum sei die Wahl auf GNOME und PostgreSQL gefallen statt auf KDE und MySQL. Die Entscheidung solle aber keinen Debian-Nutzer daran hindern, KDE und Qt zu verwenden, versucht Perens zu besänftigen.

Vermutlich als Reaktion auf Perens' Vorschlag hat sich vor kurzem das KDE- mit dem Debian-Projekt verbündet. Ihr Ziel ist es, die Desktop-Umgebung besser an die Debian-Distribution anzupassen, weitere Funktionen für große Unternehmen hinzuzufügen und KDE als Desktop für UserLinux zu fördern. Debian soll die Basis für UserLinux werden. (anw)