Umfrage: Kampagne beeindruckt Raubkopierer
Besonders JĂĽngere, die sich bislang Musik oder Filme aus dem Internet besorgt haben, wollen dies kĂĽnftig seltener tun oder ganz darauf verzichten.
Die Kampagnen der Filmindustrie, die mit Anzeigen und Strafandrohungen gegen Raubkopierer vorgeht, scheinen laut der Zeitschrift Stern erste Wirkungen zu zeigen. In einer Umfrage habe die Hälfte derjenigen, die bislang schon einmal Musik oder Filme kopiert oder aus dem Internet heruntergeladen haben, erklärt, sie würden dies künftig unterlassen oder nur noch seltener tun. Ein Viertel wolle künftig überhaupt nicht mehr illegal kopieren, 22 Prozent seltener.
Besonders stark sei dieser Anteil bei den 14- bis 18-Jährigen, die selbst ihre Musikstücke oder Filme brennen: 43 Prozent von ihnen sagte, sie wollten künftig seltener Musik oder Filme kopieren oder herunterladen, 23 Prozent wollen es nicht mehr tun. In der Gruppe der 19- bis 29-Jährigen sagten dies immerhin noch 29 Prozent.
Eine knappe Mehrheit zeigt sich von den Drohungen von Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren dennoch unbeeindruckt. 51 Prozent erklärten in der Umfrage, sie würden ihr Verhalten dadurch nicht ändern. Das Forsa-Institut befragte für die Zeitschrift am 10. und 11. Dezember 1004 Computer- und Internetnutzer.
Die deutsche Filmwirtschaft hat vor drei Wochen eine groß angelegte Werbekampagne gestartet. Die Aktion, die unter dem aufmerksamkeitsstarken Aufhänger "Raubkopierer sind Verbrecher" läuft, ist nach Angaben der Filmwirtschaft "durchaus provokant und aggressiv" gehalten. Nur mit dieser scharfen Tonart könne man mit der Zielgruppe von Leuten ins Gespräch kommen, die schwarz gebrannte Waren auf Flohmärkten kaufen oder kopiergeschützte Filme aus dem Internet herunterladen.
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sieht die Kampagne kritisch. Empörung hat vor allem ein Spot ausgelöst, in dem heranwachsenden Urheberrechtsverletzern das Schicksal einer drohenden Vergewaltigung im Zuchthaus vor Augen gestellt wird. Beim ZAW sind mehrere Beschwerden eingegangen. (anw)