Zeit-Seeing
Zeit ist Geld. Also muss man sie messen. Seit wann und mit welchen Mitteln Menschen Zeit einteilen und ermitteln, füllt Museen – und diverse Websites.
- Diane Sieger
Für die Menschheit spielte Zeit bereits in der frühen Geschichte eine große Rolle. Zunächst war eine Einteilung in Tag und Nacht noch ausreichend, spätestens mit Beginn des Handels ergab sich jedoch die Notwendigkeit, Zeitpunkte präziser festzulegen.
Wer herausfinden möchte, wie sich die Zeitmessung im Laufe der Jahrtausende entwickelt hat, beginnt seine Entdeckungsreise am besten im Forum für Zeitmessung. Hier findet sich Wissenswertes über die Zeit im Allgemeinen, verschiedene Kalendersysteme und die unterschiedlichen Zeitzonen der Erde. Um die genaue Uhrzeit an einem beliebigen Ort festzustellen, genügt ein Blick auf die Weltzeituhr – der Nutzer kann sogar die Farbdarstellung auf der Karte dem eigenen Geschmack anpassen. Mehr Hintergrundwissen zu den Zeitzonen bietet dort eine Übersicht, die genau erklärt, wie die verschiedenen Zeitzonen entstanden sind und welche Rolle die Bahn bei der Vereinheitlichung und Systematisierung hatte.
Ein allgemeiner Überblick hingegen fasst in zeitsparender Kürze zusammen, wie Menschen Zeit zunächst mithilfe von Naturgegebenheiten wie Sonne oder Wasser einteilten, und wie sie über die Entwicklung der mechanischen, elektrischen und elektronischen Uhr schließlich zur Atomuhr gelangten. Lange Zeit galt diese als genauestes Zeitmessgerät der Geschichte, da ihre Anzeige um lediglich eine Sekunde bezogen auf 300 Millionen Jahre abweicht. Mittlerweile ist es Wissenschaftlern jedoch gelungen, mit der optischen Atomuhr ein weitaus präziseres Messinstrument zu entwickeln; der Spiegel berichtete 2008 darüber.
Doch zunächst ein Ausflug in die Vergangenheit. Bereits die alten Ägypter beschäftigten sich mit dem Thema Zeitmessung. Mehr als 1400 Jahre v. Chr. gab es im Land der Pharaonen Sonnenuhren – der Teil einer tragbaren Variante ist bei „Digital Egypt“ zu bestaunen. Von dort aus kann man sich zu einer anschaulichen Animation durchklicken, die die Funktionsweise erläutert. Weitere Details zu den auch Schattenuhren genannten Messinstrumenten, einschließlich einer Übersicht von Orten, an denen man noch heute altägyptische Sonnenuhren bewundern kann, bietet Wikipedia.
Geweckt von Platons Wasseruhr
Ebenfalls im alten Ägypten waren Wasseruhren in Gebrauch; anhand des veränderten Wasserstandes eines Behältnisses, in das Wasser hinein- oder herauslief, ließ sich die Zeit bestimmen. Ausgehend von diesem Prinzip entwickelte Platon den wahrscheinlich ersten Wecker der Geschichte. Er ließ Wasser von einem in ein zweites Gefäß tröpfeln, das sich am Ende der Nacht in einen dritten Behälter entleerte. Die darin befindliche Luft wurde schlagartig durch ein Pfeifenventil gepresst, wodurch ein Ton entstand, der Platons Studenten rechtzeitig zum Unterricht aus den Federn springen ließ.
Heutzutage gelten Wasseruhren ausschließlich als Kunstwerk. Ein Beispiel beherbergt das Europa Center, ein Einkaufszentrum in der Nähe des Zoologischen Gartens in Berlin. Die Webseite der Shopping-Mall liefert eine genaue Beschreibung der„Uhr der fließenden Zeit“, die seit 1982 den Einkaufenden die Zeit angibt.
Mit der Entwicklung der mechanischen Uhr erhielten Menschen zum ersten Mal die Möglichkeit, ein Zeitmessgerät zunächst in Form einer Taschenuhr ständig bei sich zu tragen. Neben vielen anderen Informationen zu diesem mobilen Zeitmesser gibt das Taschenuhrforum Tipps, wie eine Taschenuhr zu tragen ist oder wie man sie öffnet. Wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet hier Informationen zur Altersbestimmung, der richtigen Reinigung oder verschiedenen Zeigerformen in Taschenuhren – eine interessante Seite für Einsteiger und Fans.
Später hat die Armbanduhr die Taschenuhr abgelöst. Zunächst galt sie nur für Frauen als schicklich, doch schon bald wurde aus den Reihen der Piloten der Ruf nach einer Uhr laut, die sie am Handgelenk tragen und so die Hände am Steuerknüppel lassen können, wenn sie nach der Zeit sehen. Uhrenhersteller Cartier entwickelte daher in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Piloten Alberto Santos-Dumont die erste Fliegeruhr.
Wer in den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts Teenager war, kam um eine Swatch nicht herum. Seit 1983 ist die Kult-Plastikuhr in halbjährlich wechselnden Kollektionen im Handel. Neben den preiswerten Kunststoffmodellen bietet der Hersteller edlere Varianten in Metallausführung oder mit Zusatzfunktionen wie Chronografen oder eingebautem Skipass an. Zwar ist der Sammelboom, der gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts herrschte, inzwischen abgeebbt, jedoch gibt es nach wie vor weltweit Fans und Liebhaber der Marke, die mehr als nur ein Modell besitzen. Diese tummeln sich im Swatch Club, wo man sowohl Mitglied werden als auch kostenlos diverse Publikationen des Uhrenherstellers anschauen kann.
Zu ihrem 25. Geburtstag hat der Focus 2008 der Swatch einen Glückwunsch-Artikel gewidmet. Für einen etwas detaillierteren Einstieg in die Geschichte der Schweizer Uhr empfiehlt sich die englischsprachige Website von Worldtempus. Da aus dem Hause Swatch nicht nur Uhren, sondern auch Uhrwerke kommen, hat der Konzernname für manche einen bitteren Beigeschmack. Bereits 2003 ermittelte die Kartellbehörde gegen das Schweizer Unternehmen.
Für Jetsetter, die sich häufig in verschiedenen Zeitzonen bewegen oder regelmäßig mit Kollegen in anderen Zeitzonen kommunizieren, lohnt sich ein Blick auf die Charlotte Lichtuhr. Sie zeigt die aktuelle Uhrzeit rund um den Globus. Wem der Anschaffungspreis für diese Armbanduhr zu hoch erscheint, der kann mit der zugehörigen iPhone-Applikation vorliebnehmen.
Allen, die jetzt Lust verspüren, tiefer ins Thema einzutauchen, sei der Onlineshop des Deutschen Uhrenmuseums in Furtwangen im Schwarzwald empfohlen. Hier gibt es eine Reihe lesenswerter Publikationen rund um das Thema Zeitmessung, inklusive der Geschichte der Taschen-, der Armband- und der Schwarzwalduhr.
Weitere Anregungen von Lesern:
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte
Das andere deutsche Uhrenmuseum.
Zugeschickt von: René Liebscher
Zeitumstellung, Sommerzeit und Winterzeit
Eine kleine Informationsseite über die Zeitumstellung.
Zugeschickt von: Frank Maahs
Phänomen Zeit: Geschichte und Technik der Uhr
Phänomen Zeit erzählt die Geschichte der Zeit von den Anfängen der Kalenderrechung bis hin zur Atomuhr. Die Vielzahl der Uhren und Zeitmesser wird übersichtlich gegliedert und beschrieben. Eine große Sammlung von Hyperlinks ermöglicht es allen Uhrenliebhabern, die Szene bequem zu durchstreifen.
Zugeschickt von: Frank Maahs
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Zeitanzeige der PTB-Atomuhren. Die Anzeige ist im Rahmen einer Sekunde genau. Für eine korrekte Darstellung der Uhrzeit müssen Java installiert sein und TCP für Port 5076 freigegeben werden.
Zugeschickt von: Daniel Schunk
(ka)