Sechste österreichische UMTS-Lizenz vor Verkauf
Die österreichische Regulierungsbehörde hat offensichtlich den Kauf der Telefonica-Movilés-Tochter 3G Mobile samt Frequenznutzungsrechten durch den GSM-Marktführer und UMTS-Netzbetreiber Mobilkom Austria genehmigt.
Die von der Telefonica-Movilés-Tochter 3G Mobile gehaltene österreichische UMTS-Lizenz steht kurz vor dem Verkauf. Die österreichische Regulierungsbehörde hat offensichtlich den Kauf des Unternehmens samt Frequenznutzungsrechten durch den GSM-Marktführer und UMTS-Netzbetreiber Mobilkom Austria unter Auflagen genehmigt. Die beiden Unternehmen verhandeln indes noch über Details. Die Zeit drängt: Vor Jahreswechsel muss die Übernahme vollzogen sein. Andernfalls kommt auf die Spanier eine Strafe von 20 Millionen Euro wegen Nichterfüllung der Lizenzauflagen zu.
Mobilkom besitzt bereits Nutzungsrechte für 2 gepaarte und zwei ungepaarte UMTS-Frequenzpakete, durch die Übernahme würden zwei weitere gepaarte Frequenzpakete hinzukommen. Die Regulierungsbehörde fürchtet nun, dass so viel Bandbreite den weiteren Netzaufbau und -betrieb deutlich billiger machen würde, als dies der Konkurrenz möglich wäre. Da dies in der Folge zu nur schlecht funktionierendem Wettbewerb führen könnte, muss Mobilkom im kommenden Jahr einen der gepaarten Frequenzbereiche wieder abgeben. Einzig öffentlich interessierter Abnehmer wäre der Neustarter 3 (die UMTS-Tochter von Hutchison Whampoa), der auch schon in die Verhandlungen einbezogen sein soll.
Insgesamt waren im November 2000 sechs UMTS-Lizenzen für insgesamt 832 Millionen Euro versteigert worden. Die UMTS-Lizenzbedingungen schreiben die kommerzielle Verfügbarkeit von UMTS mit einer Netzabdeckung von 25 Prozent der Bevölkerung bis Ende 2003 vor. Die vier GSM-Netzbetreiber Mobilkom, T-Mobile, One und tele.ring sowie der Neustarter 3 sind bereits mit UMTS am Markt oder werden noch vor Jahresende starten.
Wie auch für die deutsche Schwestergesellschaften Quam kam für den sechsten Lizenzinhaber 3G Mobile im Sommer 2002 das Aus. Seither haben rund fünf verbliebene Mitarbeiter versucht, der Lizenz wenigstens einen geringen Wert einzuhauchen. Sie wurden aber bereits vor Wochen zum Jahresende gekündigt. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)