Sony will Spielfilme über das Internet vertreiben

In den USA bietet Sony bereits gemeinsam mit einer Reihe von Medienunternehmen, darunter Disney, MGM, Paramount, Warner Bros. und Universal, unter der Marke Movielink einen Internet-Filmservice an.

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Von
  • Jürgen Kuri

Sony will im kommenden Jahr einen Spielfilm-Service im Internet für Japan und Europa starten. "Das ist ein vollkommen neues Service-Modell", sagte Masayuki Nozoe von Sony laut dpa. Derzeit kläre der japanische Medien- und Elektronikkonzern noch, welche Inhalte angeboten und in welchem Format die Daten komprimiert werden sollen. "Wir müssen noch prüfen, wie wir diesen Service gestalten und dabei profitabel sind", sagte Nozoe.

In den USA bietet Sony bereits gemeinsam mit einer Reihe von Medienunternehmen, darunter Disney, MGM, Paramount, Warner Bros. und Universal, unter der Marke Movielink einen Service an, über den Spielfilme direkt über das Internet an Kunden versendet werden. In Japan plant Sony gemeinsam mit Sharp, Kenwood und Pioneer bereits im Frühjahr einen Download-Service für Musik zu starten. Dass Sony dafür einen eigenen, speziellen Player mit passender Software vergleichbar mit Apples iTunes und dem iPod auf den Markt bringen will, wollte Nozoe nicht bestätigen.

"Der Vertrieb über traditionelle Kanäle wird insgesamt zurückgehen", meinte Richard Chu, Analyst bei ING Securities als Kommentar zu den Plänen von Sony. Im vergangenen Geschäftshalbjahr (bis Ende September) musste Sony einen Einbruch beim operativen Gewinn um mehr als die Hälfte auf 49,9 Milliarden Yen (373 Millionen Euro) verzeichnen, der Nettogewinn lag bei 34 Milliarden Yen (254 Millionen Euro). Das Filmgeschäft Sony schloss im abgelaufenen Quartal mit einen operativen Verlust von 4,6 Milliarden Yen (34,4 Millionen Euro) ab. Im Zuge einer umfangreichen Umstrukturierung des Unternehmens sollen weltweit mit bis zu 20.000 Stellen rund zehn Prozent der Gesamtbelegschaft wegfallen. (jk)