"Hirn will Arbeit": DRadio Wissen gestartet
Die Voraussetzungen für den neuen digitalen Radiosender, das dritte Programm des Deutschlandradios neben Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur, scheinen den Machern des Senders klar: Die Mediennutzung der Zukunft finde im und durch das Internet statt.
DRadio Wissen, das dritte Programm des Deutschlandradios neben dem Deutschlandfunk und dem Deutschlandradio Kultur, hat heute früh um 6 Uhr seinen Sendebetrieb aufgenommen. Die Internet-Generation sei vor allem die Zielgruppe des neuen Programms, hieß es zum Start des Senders. "Wir versuchen, jüngere Zielgruppen anzusprechen", meinte Leiter Dietmar Timm. Das Programm werde flexibel im Dialog mit den Hörern weiterentwickelt.
Die Voraussetzungen scheinen den Machern des Senders klar: Die Mediennutzung der Zukunft finde im und durch das Internet statt. Fast 100 Prozent der Vierzehn- bis Neunzehnjährigen nutzten das Internet, bei den über 60-Jährigen seien es nur 27 Prozent. DRadio Wissen ist ausschließlich über digitale Kanäle zu empfangen und setzt "auf Verlinkung, Interaktivität und Internationalität", wie es in der Eigenbeschreibung unter dem Slogan "Hirn will Arbeit" heißt. Zu den Themen gehören Wissenschaft, Alltagswissen, Campus und Karriere, Literatur und besonders das Netz. Mit viertelstündigen Welt- und Wissensnachrichten und mit der Übernahme von zum Teil fremdsprachigen Wissensprogrammen will DRadio Wissen die Zukunft des Radios mitgestalten, so die anspruchsvollen Ziele, die der Sender für sich selbst formuliert.
Zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr abends gibt es ein festes Programmschema, in dem alle 15 Minuten Wissens- oder Weltnachrichten vorgesehen sind; dazwischen sind kürzere und längere Beiträge und Gespräche in den Kategorien Natur, Medien, Agenda, Globus, Kultur, Meine Zukunft und Spielraum zu hören.
In der Rubrik Medien gibt es vorerst immer donnerstags und freitags auch das c't-Gespräch über aktuelle Themen, die die Wissensgesellschaft, die Medienlandschaft und die Hightech-Branche betreffen. Kooperationen gibt es beispielsweise auch mit der FAZ für den "Hörsaal" ab 20 Uhr und für den "Zeit Online Talk" am Samstag, der ab Februar startet.
An jedem Werktag um 18:30 Uhr lädt der Sender zur öffentlichen Redaktionskonferenz, in der Redakteure und Hörer über das Programm und aktuelle Themen diskutieren sollen. In den Abendstunden wird der Sender auch Angebote der ARD-Radiosender, der Deutschen Welle oder von ausländischen Sendern wie der BBC übernehmen (in DRadio-Wissen-Jargon ebenfalls als "verlinken" bezeichnet).
Zu empfangen ist der Sender über digitales Kabel, Digitalsatellit und DAB – und natürlich über das Internet, hier gibt es sowohl einen Livestream (Flash, MP3, Ogg oder WMA) als auch die einzelnen Sendungen zum Online-Nachhören und als Podcast. Die Webseite lässt sich nach einer Registrierung anpassen, indem etwa die einzelnen Themenbereiche nach den eigenen Wünschen sortiert werden. (jk)