US-Provider fordert Identitäten von Tauschbörsianern zurück
Die US-Musikindustrie solle aufhören, die Namen von Tauschbörsennutzern einzufordern, verlangt der Netzprovider Charter Communications vor einem US-Berufungsgericht.
Der Netzprovider Charter Communications wehrt sich vor dem US-Berufungsgericht des District of Columbia dagegen, die Namen von Tauschbörsennutzern offenlegen zu müssen. Das Bezirksgericht in St. Louis hatte Charter im November auf Drängen des US-Musikindustrieverbands RIAA dazu aufgefordert, die Namen von 200 Kunden preiszugeben. Dem ist Charter auch nachgekommen, fordert aber nun die Daten wieder vom Gericht zurück, wie aus US-Medien hervorgeht.
"Wir schaffen lediglich den Zugang zu Informationen", erklärte Charter-Anwalt Curt Shaw das neuerliche Vorgehen. Die RIAA habe kein begründetes Recht auf die Zwangsmaßnahme, wie auch die Entscheidung im Fall Verizon aus der vergangenen Woche zeige. In dem befand dasselbe Berufungsgericht nämlich, dass Verizon die Kundendaten nicht an die RIAA aushändigen müsse. Der Richter begründete sein Urteil mit der Feststellung, dass die Provider nicht für die Tauschaktivitäten ihrer Kunden verantwortlich seien.
Der Provider Verizon war noch im Juni 2003 mit seinem Widerstand gegen die RIAA gescheitert. Dadurch sah die Musikindustrie die Chance gekommen, auch von anderen Providern die Daten von Kunden zu verlangen, um diese zu verklagen. Im September folgte die erste Klagewelle der RIAA gegen Tauschbörsennutzer. (ola)