AUO will FED-Technik wiederbeleben
Der LCD-Spezialist AUO will Sony-Anteile an der FED-Schmiede Field Emission Technologies übernehmen und plant, die Feldemissionstechnik für große Displays wiederaufleben zu lassen.
AU Optronics, drittgrößter LCD-Hersteller der Welt, hat angekündigt, Sonys Anteile an der vor geraumer Zeit ausgegliederten und dann ad acta gelegten FED-Abteilung FED Inc. des japanischen Herstellers zu übernehmen. Dies beinhalte Patente, Know-how und Geräte für die Weiterentwicklung und Fertigung. Feldemissionsdisplays zeichnen sich durch supersatte Schwarzwerte und eine ungemein kontraststarke Darstellung aus. Ihre Funktionsweise ähnelt der einer Röhre: Kleine Emittertips feuern Elektronen auf eine fluoreszierende Schicht und regen diese zum Leuchten an. Für jeden Bildpunkt ist hier aber anders als bei Röhrenfernsehern ein eigener Emitter zuständig.
AUO hält große Stücke auf die Feldemissionsdisplays und will nach eigenen Angaben künftig FED-Monitore für die Bereiche Medizin und Broadcasting fertigen. Die FED-Technik passe sehr gut in das eigene Portfolio, sie sei aber ausschließlich für den Highend-Markt gedacht, erläuterte AUOs CEO und President Dr. L. J. Chen. Der taiwanische Display-Spezialist hat in der Vergangenheit diverse Unternehmen übernommen, die auf neue Techniken spezialisiert sind, darunter große Anteile des E-Paper-Spezialisten SiPix.
An den FED-Displays, beziehungsweise an deren halbwegs rentabler Fertigung, sind allerdings schon einige Firmen verzweifelt, darunter Canon und Toshiba sowie eben Sony. Bei Canon und Toshiba kamen Patentstreitigkeiten mit Rechteinhaber Applied-Nanotech über die hier SED (Surface-Conduction Electron-Emitter Display) genannte Technik hinzu, die unter anderem zum Ausstieg von Toshiba führten und Canons Interesse an den SED-Displays erlahmen ließ. Die Patentlage scheint bei AUO immerhin geklärt zu sein.
Displays mit SED- respektive FED-Technik gelten allgemein als ausgezeichnet, sie vereinen die Vorteile der Röhre – extrem kurze Schaltzeiten, sattes Schwarz, Winkelunabhängigkeit – mit den Vorteilen der LCD-Technik – flach, hochauflösend, energiesparend. Eine halbwegs kostengünstige Serienproduktion muss allerdings auch AUO erst einmal unter Beweis stellen. Ursprünglich waren die FED-Hersteller sogar mit dem Anspruch "günstige Displays" angetreten, doch bisher reichte es auch bei Canon & Co nicht einmal für teure Highend-Geräte. (uk)