Blogger erobern Berliner Modewoche

Auch in der Modeszene machen Internetkolumnisten den Printmagazinen ernsthaft Konkurrenz.

vorlesen Druckansicht 35 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Angela Meyer

Vor vier Jahren wusste kaum ein Modedesigner oder Stylist, was ein Blog ist. Heute sind die Internetkolumnisten aus der Modeszene kaum noch wegzudenken. Sie fotografieren und kommentieren mit Leidenschaft alles rund um Kleidung und beeinflussen damit zunehmend die Branche. Auch bei der Berliner Modewoche ist das zu spĂĽren. "Ich habe hier mindestens 30 Blogger herumlaufen sehen", sagt der Sprecher der Fashion Week, Sebastian Warschow, am Freitag.

Auch Modedesigner setzen zunehmend auf Blogger, um neue Trends schneller zu verbreiten.

Die Namen einiger Blogs wie Les Mads, Stil in Berlin oder Jak & Jil sind in Modekreisen bereits fast so bekannt wie Magazine und werden genauso sehr geschätzt. Im Unterschied zu Printprodukten sind Blogs subjektiver und schneller. Kaum haben Blogger eine Modenschau besucht, ist auch schon ein Eintrag gepostet. Den kanadischen Blog Jak & Jil lesen täglich 300 000 Menschen - zum Ärgernis einiger Magazine, die sinkende Auflagenzahlen verzeichnen.

Modemacher profitieren von den Internetkritikern. "Blogger sind letztendlich Konsumenten, die kein Blatt vor den Mund nehmen", sagt die Sprecherin der Messe Premium, Ronja Reiche. Sie seien ein besseres Instrument als Marktforschung, um herauszufinden, welche Trends beim Käufer ankommen. Das Team der Premium hat sogar 150 Blogger aus der ganzen Welt zur Messe eingeladen.

Die renommierte Mode-Kritikerin Suzy Menkes vom International Herald Tribune sagte kĂĽrzlich: "Ich fĂĽhle mich ĂĽberhaupt nicht von Bloggern bedroht". Im Gegenteil: Einige Kolumnen im Internet findet sie sogar "sehr interessant". (Caroline von Eichhorn, dpa) / (anm)