Junge Union startet Kampagne für Recht auf Privatkopie
Den aktiven Kritikern der Urheberrechtsnovelle schmeckt das Konzept für ein "faires Urheberrecht" des hessischen CDU-Nachwuchses überhaupt nicht.
Auch der CDU-Nachwuchs in Hessen schaltet sich in den Streit um die Novellierung des Urheberrechts ein. "Die aktuelle Rechtslage ist für Verbraucher (bzw. Nutzer) nicht hinnehmbar!", kritisiert Alexander Kurz, Referent für Neue Medien der Jungen Union (JU) Hessen.
Durch das eingeführte Verbot der Umgehung technischer Schutzmaßnahmen sei eine Situation geschaffen worden, welche die Rechte legaler privater Nutzer ungerechtfertigt einschränke, heißt es bei der JU zu der Kampagne. "Gerade in einer Zeit des rasanten technischen Wandels ist eine Bindung von Nutzungsrechten an bestimmte Wiedergabeplattformen nicht mehr zeitgemäß", meint Kurz. Deshalb müsse jeder legale Käufer einer CD oder DVD das Recht haben, die darauf enthaltene Inhalte zumindest für seine eigenen privaten Zwecke zu kopieren. Zur Durchsetzung des Rechtes auf Privatkopie müsse er also auch einen Kopierschutz umgehen dürfen. Gleichzeitig solle das unautorisierte Anbieten und Kopieren urheberrechtlich geschützter Werke über Internettauschbörsen oder lokale Netze aber verboten werden, genau wie das Kopieren von Werken, die kommerziell "on demand" oder in Leihe zur Verfügung gestellt werden.
Kritik an dem Vorstoß kommt von der Initiative privatkopie.net, die seit fast zwei Jahren gegen die Einschränkung von Nutzerrechten durch das neue Urheberrecht kämpft. "Die Kampagne der Jungen Union startet mit falschen Vorgaben", erklärte Markus Beckedahl von der Lobbygruppe gegenüber heise online. Es seien Juristen am Werk, die auf dem Papier den Erhalt der Privatkopie fordern würden, sich aber über die Durchsetzbarkeit ihres Anspruchs keine Gedanken gemacht hätten. Man könne rein technisch nicht ein offenes Kopieren in den eigenen vier Wänden für die Familie erlauben, es gleichzeitig aber im Freundeskreis verbieten wollen. Die Junge Union fordere letztlich nicht nur die Kriminalisierung von Wohngemeinschaften mit eigenem MP3-Server, sondern von "Millionen Jugendlicher", die in Tauschbörsen und mit CD-Mixen "eine neue Musikkultur" pflegen würden. Zudem würden die Jungpolitiker Urheber und Verwerter in ihren Forderungen verwechseln sowie die Auswirkungen des "Digital Restriction Management" unterschätzen, kommentierte die Initaitive die JU-Kampagne. (tol)