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Autorennetz
Wie präsentiert sich ein Netzwerk freier Autoren und Reporter in Zeiten der Printkrise? Die knapp zwei Dutzend Journalisten von AUTOREN+REPORTER betreiben zwar eine Homepage mit Arbeitsproben und Lebensläufen. Angesichts von Web 2.0 und immer mehr User Generated Content wollten sie sich aber ein Schaufenster bauen, um ihre Texte und Bilder ansprechender zu präsentieren.
Entstanden ist Magda, das Magazin der Autoren – ein vielseitiges, lesenswertes Magazin mit Essays, Kolumnen und Reportagen aus aller Welt. So erzählt Susanne Fischer in „Unter Verdacht“ über eine Sonderbehandlung auf einem amerikanischen Flughafen – sie hatte ein paar Stempel aus den falschen Ländern im Pass. „Mopsmania“ hat Emanuel Eckardt seine „Kulturgeschichte eines Beutegreifers“ getauft. (jo)
Die Welt auf einer Scheibe
www.goldenrecord.org
http://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record
Im Jahre 1977 unserer irdischen Zeitrechnung schickte die NASA die Sonden Voyager 1 und 2 auf Weltraumtour. Im Gepäck haben die zwei Reisenden, die sich nun außerhalb unseres Sonnensystems befinden, neben allerlei technischen Gerätschaften auch Kulturgut: Jeweils eine goldene Schallplatte soll extraterrestrischen Lebensformen die Erde und ihre Bewohner näherbringen.
Der langlebige Tonträger enthält Ansprachen des damaligen UN-Präsidenten Kurt Waldheim sowie vom Ex-US-Präsident Jimmy Carter, außerdem Begrüßungsformeln in zahlreichen Sprachen. Darüber hinaus wurden Musikstücke von Armstrong, Beethoven, Mozart & Co., Geräusche wie der menschliche Herzschlag sowie Bildmaterial verewigt, das unter anderem den Fortpflanzungszyklus des Homo Sapiens genauer erläutert.
Sollten die Finder keinen Plattenspieler zur Hand (?) haben, hilft übrigens die Konstruktionsanleitung auf der Vorderseite der Goldscheiben weiter – die zu verstehen setzt allerdings (nach Erdenmaßstäben) überdurchschnittliche Intelligenz voraus. Zu sehen und zu hören sind Auszüge des Materials inklusive Bauanleitung auf goldenrecord.org. (Tobias Engler/jo)
Aus dem Visier
www.google.de/privacy_ads.html
http://networkadvertising.org/managing/opt_out.asp
Der gläserne Surfer ist der feuchte Traum aller Online-Werbevermarkter. Am liebsten würden sie alles über Otto Normalsurfer wissen – Einkommen, Familienstand, Herkunft, Hobbies et cetera. Denn je besser sie ihn kennen, desto genauer können sie ihre Werbung auf ihn abstimmen.
Da kaum ein Anwender diese Informationen freiwillig herausrückt, sammeln sie sie diskret im Verborgenen. Dabei kommt den großen Werbenetzen zugute, dass sie auf vielen verschiedenen Websites Werbung schalten. Mit Cookies können sie einen Benutzer (genauer gesagt: seinen Browser) wiedererkennen. Im Laufe der Zeit ergibt sich aus den Besuchen verschiedener Sites ein recht detailliertes Bild. Ruft er etwa die Seiten von Golf-Ausstattern auf, kann man auf das Hobby schließen. Der Surfer hält sich in letzter Zeit regelmäßig auf den Websites von Fahrzeughändlern auf? Dann steht wohl ein Autokauf an.
Wie kleinteilig die Profile sind, können Sie in Googles Datenschutz-Center einsehen. Klicken Sie dort auf den Link „Ihre Werbungspräferenzen einstellen“, zeigt Google unter „Ihre Interessen“ an, auf welche Interessen es aus Ihrem Surfverhalten schließt. Klicken Sie auf den Knopf „Interessen hinzufügen“, zeigt Google den Themenkatalog an, den es mit Ihnen assoziiert. Benutzer, die keine Probleme mit personalisierter Werbung haben, können daraus noch weitere Themen wählen, zu denen sie Werbung erhalten möchten. Alle anderen können Googles Werbe-Cookie mit dem Knopf „Deaktivieren“ ausschalten.
Google ist allerdings nur ein großer Werbevermarkter. Die Cookies gleich Dutzender Werbenetze, nämlich die der Network Advertising Initiative (NAI) angeschlossenen, lassen sich auf der Homepage der Initiative verwalten. Es ist mitunter ein heilsamer Schock, zu sehen, von wie vielen Unternehmen man sich bereits Cookies eingefangen hat. Die Übersichtsseite bei der NAI listet dies übersichtlich auf, informiert über die einzelnen Werbenetze – und ermöglicht es, die Cookies zu deaktivieren. (jo)
Feeds fĂĽr Faule
Lazyfeed ist ein permanenter News-Fahnder für die Blogosphäre. Der Dienst unterteilt das Browserfenster in Kacheln. Jede Kachel holt sich selbst alle paar Sekunden den aktuellen Nachrichtenstand zu einem vom Benutzer festgelegten Tag; ist etwas Neues dabei, zeigt sie dies farblich an. Ein Klick vergrößert die Kachel und erlaubt die Anzeige von älteren Nachrichten oder den Versand einzelner Nachrichten per Mail. Ist der Monitor gut gefüllt, kommt der sogenannte Tretmühlenmodus zum Einsatz: Kacheln mit Neuigkeiten wandern dabei automatisch nach oben.
Der Dienst wertet nach eigener Aussage über 1,5 Millionen Blogs und Multimediaseiten aus. Die große Bandbreite wird allerdings zum Problem, wenn Tags nicht spezifisch genug gewählt sind, da so zu viele Nachrichten auf dem Schirm landen. Für die kostenlose Anmeldung muss man seine E-Mail-Adresse angeben. Angemeldete Nutzer können störende Newsquellen blockieren. (Tobias Engler/jo)
Ich bin vier Klötzchen
Auch 26 Jahre nach dem Entstehen lassen sich dem Spieleklassiker Tetris noch neue Seiten abgewinnen, so etwa bei First-Person Tetris. In der Flash-Anwendung findet sich der Spieler vor einem Fernseher mit Nintendo-Konsole wieder, auf dem der Klassiker läuft. Dabei verharrt das aktuelle Spielklötzchen immer in der Bildmitte und das komplette Drumherum bewegt sich. Die Pfeiltasten verschieben den Fernseher und spätestens wenn sich das ganze Bild statt des Spielklotzes dreht, wird es schwindelerregend. (jo)
Die Websites aus c't 03/2010