Medienwächter Duve wird geehrt
In seiner Amtszeit als OSZE-Medienwächter beschäftigte sich Freimut Duve, der mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird, besonders mit den Medien im digitalen Zeitalter.
Am heutigen Dienstag wird der 68-jährige Sozialdemokrat Freimut Duve mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Duve erhält diese Auszeichnung für seine Arbeit als "Wächter über die Medienfreiheit" der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Als OSZE-Beauftragter hatte Duve das Amt seit 1998 mit einem Wiener Büro aufgebaut. Zum 31. Dezember schied Duve aus dem Amt aus, ein Nachfolger wird vom Ministerrat der OSZE ernannt. Derzeit müssen sich die 55 OSZE-Teilnehmerstaaten noch auf eine geeignete Person einigen.
Im Lebenslauf des gelernten Politikers und Journalisten Duve spielt die Freiheit der Kommunikation eine große Rolle. So erfand und verantwortete er als Lektor im Rowohlt-Verlag die Reihe rororo Aktuell. In seiner Amtszeit als OSZE-Medienwächter beschäftigte er sich besonders mit den Medien im digitalen Zeitalter. Dabei kam auch das Internet nicht zu kurz. Im Sommer 2003 organisierte sein Büro eine Konferenz zur Meinungsfreiheit im Internet, bei der zum Abschluss die so genannten Amsterdamer Empfehlungen verabschiedet wurden.
Gemessen an den Empfehlungen fällt das Fazit Duves zum Ende seiner Amtszeit nicht sonderlich positiv aus. Wie neuere Beispiele belegen, wird im Internet mehr denn je zensiert und gegängelt. Zum Ende seiner Amtsperiode kritisierte Duve auch die Bundesregierung und Kanzler Schröder, der bei seiner Reise nach China und in der Kommunikation mit Italiens Medienzar und Regierungschef Berlusconi zu unverbindlich geblieben sei. (Detlef Borchers) / (jk)