T-Mobile führt "Wohlfühltarife" ein

Wann indes UMTS kommt, konnte Telekom-Vorstand Timotheus Höttges während der Vorstellung neuer Tarife im Mobilfunknetz der Telekom nicht sagen.

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  • Detlef Borchers

Auf einer Pressekonferenz in Bonn stellte T-Mobile unter dem Namen Relax ein neues Tarifkonzept mit Schwerpunkt auf der Sprachtelefonie vor, das am 2. Februar an den Start geht. Gestückelt in vier Nutzungsklassen soll Relax Prepaid-Kunden ein Angebot zum Umstieg auf Pauschaltarife machen und allgemein das Mobilfunkverhalten der Deutschen fördern, das Vorstandsmitglied Timotheus Höttges bei der Vorstellung der Tarife als "zu zurückhaltend" charakterisierte. Durch den Verzicht auf einen Grundpreis und den Unterschied zwischen Tages- und Abendtarifen soll ein "Rundum-Sorglos-Gefühl" aufgebaut werden.

Relax löst den Aktionstarif Telly 100 ab, der noch bis Ende Januar angeboten wird. Die neuen Tarife bringen mit Relax 50 entsprechend 50 Inklusivminuten für 15 Euro pro Monat. Die weiteren Stufen sind Relax 100 (25 Euro), Relax 200 (50 Euro) und Relax 500 (100 Euro). Jeweils 5 Euro kann sparen, wer Relax ohne subventioniertes Handy benutzt. Der Bereitstellungspreis für Relax beträgt 25 Euro. Bei den beiden günstigsten Tarifen Relax 50 und 100 müssen Nutzer noch einmal 5 Euro zuzahlen, wenn andere Mobilfunknetze als das von T-Mobile im Inland erreicht werden wollen, bei Relax 200 und 500 ist dies inklusive. Eine SMS kostet in allen Wohlfühlklassen 19 Cents. Sind die Inklusivminuten aufgebraucht, kostet die zusätzliche Minute bei Relax 50 40 beziehungsweise 60 Cents (in andere Funknetze), bei Relax 100 entsprechend 30 bis 50 Cents, bei Relax 200 pauschal 35 Cents und bei Relax 500 25 Cents. Datenübertragungspakete, etwa GPRS, und internationales Roaming müssen bei allen Tarifen zugebucht werden. Auf lange Sicht schließt man bei T-Mobile nicht aus, dass die Relax-Tarife um Angebote erweitert werden, bei denen auch die Datenkommunikation inklusive ist.

Wie attraktiv Relax in der Sicht von T-Mobile ist, machte Martin Knauer, Marketingleiter von T-Mobile, im Vergleich zur herkömmlichen Prepaid-Karte deutlich. Hier telefonieren nach Knauer viele Kunden mit 15-Euro-Voucher, die tagsüber während der Woche auf 30 Gesprächsminuten hinauslaufen. Mit dem 15 Euro teuren Relax 50 und 50 Freiminuten seien sie zum gleichen Einsteigerbudget aller Sorgen enthoben.

Mit den Relax-Tarifen will T-Mobile die Kunden an Pauschalgebühren gewöhnen, die beim kommenden UMTS-Netz den Abrechnungsstandard bilden werden. Wann indes UMTS kommt, konnte Telekom-Vorstand Höttges nicht sagen. Energisch dementierte er, dass ein Termingeschiebe im Stil der LKW-Maut bevorstehen wird. "Wir haben jetzt schon mehr Reichweite, als vom Regulierer gefordert", betonte Höttges, "die Qualität muss stimmen, nicht nur der Empfang. Die Features müssen funktionieren, die Empfangsgeräte müssen am Markt sein. Unser Einstieg in dieses komplexe Angebot ist eine Entscheidung für Qualität." (Detlef Borchers) / (jk)