Software steht im Vordergrund
Die CeBIT 2004 soll nach dem Wunsch der Veranstalter der Auslöser für Zuversicht in der Branche werden.
"Der Markt ist schwierig und es gab Absagen von Ausstellern", so die selbstkritische Lagebeschreibung von Ernst Raue, im Vorstand der Deutschen Messe AG zuständig für die Branchenmesse CeBIT, anlässlich des Pressetages im Vorfeld der CeBIT 2004 in Hannover. Dennoch überwiegen nach seiner Ansicht die positiven Nachrichten: "Nach Einschätzungen führender Wirtschaftsverbände wird der ITK-Markt im Jahr 2004 wieder an Fahrt gewinnen. Deshalb ist die kommende CeBIT im Frühjahr 2004 genau der richtige Auslöser, um der gesamten Branche Zuversicht zu geben", sagte Raue.
Auch wenn führende Druckerhersteller -- wie HP -- ihre Teilnahme ganz oder zumindest den Hauptstand abgesagt haben, so haben nach den Angaben Raues zahlreiche Marktführer aus dem In- und Ausland ihre Standfläche in diesem Jahr vergrößert. Ausdrücklich nicht verraten wollten die Messe-Veranstalter bislang, wie viele Aussteller genau sich bislang angemeldet haben. Auf der CeBIT im vergangenen Jahr waren es am Ende 6600 gewesen, zwei Monate vor der diesjährigen Messe haben sich "deutlich mehr als 6000" Aussteller angemeldet, erklärte Raue.
In diesem Jahr sollen Softwarelösungen und die Konvergenz von Business- und Unterhaltungsanwendungen im Fokus der Messe stehen. Intel und Mircosoft haben mit ihren jüngst verkündeten Aktivitäten für Produkte der Unterhaltungselektronik gezeigt, dass die Branchengrößen nun auch auf die Verschmelzung von Geschäft und Freizeit, von TV und PC setzen. "Viele Firmen werden ihre Lösungen für den Dual Use von Geräten -- wie den PDA, auf dem Firmendaten gespeichert sind, aber auch private Fotos -- vorstellen", verspricht Raue.
Doch nicht nur neue Lösungen sollen präsentiert werden, für Raue ist die Messe auch gleichzeitig die "größte Unternehmensberatung der Welt". So setze die diesjährige CeBIT stärker auf Networking und spreche gleichermaßen die Großindustrie, den Mittelständler, den Start-up-Unternehmer und den privaten Nutzer an. Keine vergleichbare Veranstaltung biete mehr "Netzwerker" an einem Ort und mehr Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme. "Nur wer über die richtigen Kontakte und das nötige Wissen zur richtigen Zeit verfügt, kann Vorteile rechtzeitig erkennen und notwendige Entscheidungen fällen", wirbt Raue.
Zum ersten Mal wird in diesem Jahr das Thema "ITK-Lösungen für den Mittelstand" zu einem Schwerpunkt der Messe in Hannover. Der Unternehmerverband Bitkom hat dazu eine eigene Mittelstandsinitiative gestartet, zu deren Unterstützung sich kurzfristig die Deutsche Telekom, IBM, Datev, Microsoft, Cisco, SAP, Intel sowie ihre jeweiligen mittelständischen Partner entschlossen haben. "Es ist einmalig, dass konkurrierende Unternehmen derart an einem Strang ziehen", freut sich Heinz Paul Bonn, Vizepräsident der Bitkom und Chef der Kölner GUS Germany AG & Co.KG.
Um es mittelständischen Unternehmern einfacher zu machen, sich auf der Messe zu orientieren, wird es in Halle 6 mit dem Mittelstandsforum eine Anlaufstelle geben. Zusätzlich wird es unter www.cebit.de/mittelstand ein eigenes Portal geben; die Besucherführung soll es dem mittelständischen Fachbesucher ermöglichen, schnell und direkt zu den interessanten Anbietern zu gelangen. "Das funktioniert so ähnlich wie die Beschilderung von Wanderwegen, wo der farbige Pfeil klar macht, wie erfahren der Wanderer für welchen Weg sein sollte", sagte Bonn. (tol)