Sony und Microsoft beharken sich wegen Unterhaltungselektronik
In den beiden Unternehmen herrschen verschiedene Vorstellungen darĂĽber, ob die Redmonder ein weiteres Monopol anstreben; Microsoft beschwert sich derweil ĂĽber die Apple/HP-Allianz zum iPod, die WMA nicht unterstĂĽtzen will.
Sony-Präsident Kunitake Ando hat in einem Interview mit der japanischen Finanzzeitung Nihon Keizai Shimbun Vorbehalte gegenüber Microsoft betont. Sein Unternehmen habe zwar bei Betriebssystemen generell keine Präferenzen, doch gebe es die Möglichkeit, dass Microsoft auf dem Gebiet der Software für Unterhaltungselektronik ein weiteres Monopol aufbaue. Zudem gebe es zwei weitere große Probleme: hohe Preise und mangelnde Möglichkeiten, Microsofts Software zu verändern.
Eine Technik, die so grundlegend sei wie ein Betriebssystem, dĂĽrfe nicht von einem Unternehmen monopolisiert werden. Sie sollte offen sein und auf Standards basieren, die von einem Gremium gesetzt werden, meinte der Sony-Manager.
Ebenfalls in einem Interview gab Nihon Keizai Shimbun dann Susumu Furukawa, Vizepräsident bei Microsoft, Gelegenheit zur Erwiderung: Sein Unternehmen engagiere sich auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik, um seine Geschäftsbereiche zu erweitern. Auf die Frage, ob Microsoft versuche, in der Unterhaltungselektronik ein weiteres Monopol zu errichten, wich Furukawa etwas aus: Man bewege sich in Richtung einer offeneren Umgebung durch die Entwicklung von Versionen des Windows Media Players, die mit Linux und dem japanischen System für Unterhaltungselektronikgeräte TRON kompatibel seien. Microsoft führe Gespräche mit seinen Kunden, um seine Betriebssysteme gemäß ihren Wünschen anzupassen.
Microsofts Produkte seien keine Black Boxes, deren Spezifikationen komplett zurĂĽckgehalten wĂĽrden. Das Unternehmen erlaube Modifikationen fĂĽr akademische Zwecke. Im Ăśbrigen sei Microsoft-Software fĂĽr Unterhaltungselektronik kostengĂĽnstiger als Linux, meinte Furukawa.
Dave Fester, General Manager in Microsofts Abteilung Windows Digital Media, kritisiert unterdessen die strategische Allianz zwischen HP und Apple. Die Vereinbarung, nach der HP den iPod vertreibt und die iTunes-Software auf seine Computer vorinstalliert, sei wettbewerbswidrig. Die Nutzer müssten die Freiheit haben, zwischen Software und Hardware frei zu wählen. Hintergrund dürfte ebenfalls sein, dass Hewlett-Packard mittlerweile auch offiziell betonte, die HP-Version des iPod werde entgegen anders lautenden Gerüchten Microsofts Audio-Format WMA (Windows Media Audio) nicht unterstützen. (anw)