Film-Kopie eines Oscar-Jurors im Internet aufgetaucht [Update]
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences will Beweise dafĂĽr haben, von welchem Oscar-Jurymitglied ein Film stammt, der im Internet angeboten wird.
Im Internet ist vergangene Woche eine Kopie eines Films aufgetaucht, der von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als so genannter Oscar-Screener verschickt worden war. Das ist an sich keine Besonderheit, denn in den Tauschbörsen wimmelt es vor Kopien von Filmen, die den Oscar-Juroren zur Beurteilung zugeschickt worden sind. In diesem Fall aber habe die Akademie Belege, dass der im Internet zum Download angebotene Film Something's Gotta Give (Was das Herz begehrt) im Original von ihr verschickt wurde. Mittlerweile sollen auch Kopien von The Last Samurai im Internet aufgetaucht sein, die sich auf einen von der Akademie an Oscar-Juroren verschickten Screener zurückführen lassen.
Zumindest der Screener von Something's Gotta Give soll Oscar-Juror Carmine Caridi zugeschickt worden sein, heißt es in US-Medienberichten; die Quelle für die Kopien von The Last Samurai dagegen ist anscheinend noch nicht festgestellt worden. Die Erkennung der Quelle sei aber durch versteckte Markierungen zu beweisen. Caridi droht nun der Ausschluss aus der Jury. Deren Mitglieder mussten eine Erklärung unterzeichnen, wonach sie die Screener vor unrechtmäßigem Zugriff schützen müssen. Etwa 80 Prozent haben die Erklärung mit Unterschrift zurückgeschickt.
Die Motion Picture Association of America (MPAA) hatte im Oktober 2003 angekündigt, den Mitgliedern der Academy Awards, die die "Oscars" vergeben, und Jurys anderer Filmpreise keine DVDs oder Videokassetten zukommen zu lassen. Drei Wochen später lockerte die MPAA das Embargo. "Oscar"-Juroren sollen speziell kodierte Videokassetten bekommen, während andere Jurys leer ausgehen sollen. Schließlich setzten sich unabhängige Filmstudios durch und erwirkten vor Gericht eine Aufhebung des Embargos. (anw)