IT-Branche hofft auf Optimismus und gute Bilanzen
Am heutigen Mittwochabend startet mit den Zahlen von Intel, Apple und Yahoo die erste Berichtssaison 2004 der wichtigsten IT-Unternehmen.
Die Marktbeobachter haben in den vergangenen Monaten eine steigende Nachfrage nach PCs, Mobiltelefonen und Verbraucherelektronik wahrgenommen. Davon sollen nicht nur die Hersteller dieser Geräte, sondern unter anderem auch die Halbleiterhersteller profitieren, sagen die Marktbeobachter. Auch die Ausrüster von Chipherstellern -- wichtige Indikatoren für die Marktentwicklung -- könnten ein Boomjahr erwarten. Vor diesem Hintergrund startet mit den Zahlen von Intel, Apple und Yahoo am heutigen Mittwochabend die erste Berichtssaison 2004 der wichtigsten IT-Unternehmen. Die Erwartungen sind teilweise recht hoch.
Intel, das im Dezember 2003 seine Umsatzprognose nur auf 8,5 bis 8,7 Milliarden US-Dollar für das vierte Quartal erhöht und damit die Erwartungen enttäuscht hat, erwartet für dieses Jahr weiteres Wachstum in der Halbleiterbranche. Davon will auch AMD profitieren. Für den Intel-Konkurrenten prognostizieren Analysten für das vergangene Quartal den ersten bereinigten Gewinn je Aktie seit dem zweiten Quartal 2001.
Dank des Erfolgs des iTunes Music Store und MP3-Players iPod erwarten die Marktbeobachter für Apple einen Gewinn je Aktie von 0,14 US-Dollar. Durch die vor kurzem verkündete Allianz mit HP erhofft sich Apple für seinen Musikdienst und den MP3-Player einen breiteren Zugang zu den Kunden. Hochgesteckt dürften die Erwartungen auch bei Yahoo sein. Analysten haben kürzlich die Umsatzprognose für den Internet-Dienstleister von 490 Millionen auf gut 500 Millionen US-Dollar angehoben. Das Unternehmen profitiert unter anderem von einer Wiederbelebung des Werbemarktes, heißt es in Medienberichten.
Weniger erwartungsfroh sind die Marktbeobachter für Sun Microsystems. Durch den weiterhin harten Konkurrenzkampf rechnen sie mit 0,05 US-Dollar Verlust je Aktie. Das Unternehmen will sich mit einer neuen Produktstrategie behaupten, die es im Dezember verkündet hat. Für den Prozessorhersteller Transmeta, das wie Sun seine Zahlen für das vergangene Quartal am Donnerstag verkündet, gehen die Analysten von einem Verlust je Aktie von 0,13 US-Dollar aus.
Microsoft, das im vergangenen Quartal die Analysten mit kurz gehaltenem Optimismus enttäuschte und das in der kommenden Woche seine Bilanz vorlegt, war im Oktober für das vergangene zweite Quartal des Geschäftsjahres noch von 0,23 bis 0,24 US-Dollar Gewinn je Aktie ausgegangen. Analysten haben ihre Prognose inzwischen auf 0,30 US-Dollar angesetzt. Auch "Patentmeister" IBM hätte mit seinen Zahlen, die ebenfalls kommende Woche verkündet werden, die Gelegenheit, nachzuholen, was Analysten vor drei Monaten schmerzlich vermisst haben: Mut zu Optimismus. (anw)