Modellprojekt fĂĽr Vernetzung im Gesundheitswesen gestartet
In einem Modellprojekt in Bochum und Essen sollen Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken künftig elektronisch miteinander vernetzt werden.
In einem Modellprojekt in Bochum und Essen sollen Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken künftig elektronisch miteinander vernetzt werden. Am Mittwoch gab die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Birgit Fischer in Düsseldorf den Startschuss für das Projekt eGesundheit.nrw zum Aufbau der dazu nötigen Infrastruktur. Mit deren Hilfe sowie der neuen Krankenversichertenkarte sollen in Zukunft elektronische Rezepte, Überweisungen, Arztbriefe und Patientenakten möglich werden. So könnten etwa lästige Doppeluntersuchungen vermieden werden. Patientendaten müssten dabei besonders geschützt werden, betonte Fischer. Das Projekt solle dazu beitragen, das Gesundheitswesen kostengünstiger, schneller und wirksamer zu machen. Mit einer Bestandsaufnahme in der Modellregion soll in den nächsten Wochen begonnen werden. Erste Komponenten und Anwendungen sollen in ausgewählten Arztpraxen bereits in diesem Sommer getestet werden.
An dem Projekt sind in der Startphase Siemens und T-Systems sowie die auf Lösungen für das Gesundheitswesen spezialisierten Softwarefirmen GWI und Compugroup beteiligt. Zahlreiche weitere Unternehmen und Verbände hätten bereits Interesse an dem Modellvorhaben gezeigt, das als gemeinsames Unternehmen von öffentlicher Hand und Unternehmen geplant sei (Public-Private-Partnership). Eingebunden werden sollen auch die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Krankenkassen, die Ärzte- und Apothekerkammern, die Krankenhausgesellschaft sowie die Wissenschaft der Region. Die Modellregion ist gleichzeitig eine von mehreren Testregionen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, die ab 2006 deutschlandweit die jetzige Krankenversicherungskarte ablösen soll.
Bochum-Essen erfülle idealtypisch die Voraussetzungen für eine Modellregion, erklärte Fischer. In diesem Ballungsraum mit rund einer Million Menschen gebe es 25 Kliniken, mehr als 1500 Ärzte, 600 Zahnärzte und knapp 300 Apotheken. Darüber hinaus sprächen eine bereits vorhandene Netzwerkarbeit, ein hoher Anteil an der spitzenmedizinischen Versorgung im Ruhrgebiet und zahlreiche ortsansässige medizintechnisch orientierte Unternehmen für die Region. (dpa) / (jk)