SiS stellt Chipsatz-Baustein für PCI Express vor

Die so genannte "Southbridge" SiS965L soll PC-Chipsätze der taiwanischen Firma Silicon Integrated Systems (SiS) PCI-Express-tauglich machen.

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Die so genannte "Southbridge" SiS965L soll PC-Chipsätze der taiwanischen Firma Silicon Integrated Systems (SiS) PCI-Express-tauglich machen. Nach Angaben des Herstellers arbeitet die SiS965L auch mit bereits lieferbaren Northbridges für Intel- und AMD-Prozessoren zusammen. Damit ließen sich ab sofort Mainboards mit der kommenden PC-Verbindungstechnik bauen.

Allerdings nennt SiS nicht die Anzahl der PCI-Express-Links der beiden in der SiS965L integrierten Ports. Vermutlich handelt es sich um 1X-Ports, die in der Praxis etwa die doppelte Datentransferrate des bei Desktop-Mainboards üblichen "Classic"-PCI-Busses mit 32 Datenleitungen und 33 MHz Taktfrequenz (theoretisches Maximum 133 MByte/s während Burst-Transfers) erreichen. Kommende PCI-Express-Chipsätze sollen aber vor allem an der Northbridge einen 16X-PCI-Express-Port mitbringen, der den bisher üblichen Accelerated Graphics Port (AGP) ersetzen wird (die Unterschiede zwischen PCI, PCI-X und PCI Express erläutert der c't-aktuell-Beitrag Conventional PCI, PCI-X und PCI-Express).

Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Mainboard-Hersteller schon jetzt ein PCI-Express-taugliches Mainboard herausbringt. PCI-Express-Steckkarten sind noch nicht lieferbar und es ist sogar wahrscheinlich, dass wegen des Wegfalls des AGP zunächst Grafikkarten mit der neuen Schnittstelle in 16X-Ausführung zu haben sein werden. 1X-Karten, etwa mit GBit-LAN- oder RAID-Hostadaptern, wurden bisher kaum angekündigt und dürften zunächst auch recht teuer sein. Ein Angebot an preiswerten Multimedia- oder Kommunikationsadaptern (Sound-, TV-, ISDN-Karten) mit PCI-Express-Schnittstelle dürfte sich nur langsam etablieren, da PCs mit den neuen PCI-Express-Chipsätzen zunächst wohl auch herkömmliche PCI-Slots haben werden, deren Transferleistung für diese Anwendungen bei weitem ausreicht. Vermutlich werden solche Adapter zunehmend als externe Geräte mit Full- oder HiSpeed-USB- oder FireWire-Schnittstelle angeboten. In Notebooks soll PCI Express in Form des ExpressCard die bisherigen PCMCIA-Standards ablösen.

Außer den beiden PCI-Express-Ports bietet die SiS965L keine besondere Zusatz-Ausstattung: Acht USB-2.0-taugliche Ports, zwei Serial-ATA-Ports und zwei Ultra-ATA/133-taugliche EIDE-Kanäle und eine 10/100-MBit-LAN-Schnittstelle. Bei den kommenden PCI-Express-Chipsätzen anderer Hersteller, die wohl noch im Laufe dieses Halbjahres erscheinen werden, erwartet man mehr Serial-ATA-Ports. Außerdem dürfte nach wie vor ein 32-Bit/33-MHz-PCI-Bus vorhanden sein, den SiS bei der SiS965L nicht explizit erwähnt. Als Verbindung zur Northbridge nutzt SiS seit einiger Zeit den bis zu 1 GByte/s schnellen MuTIOL. (ciw)