Marktforscher: UMTS wird Surf-Kosten deutlich senken

Ein Marktforschungsunternehmen prognostiziert deutlich unter das GPRS-Niveau sinkende Preise fĂĽr Datendienste.

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Von
  • Dusan Zivadinovic

Das Marktforschungsunternehmen Shosteck Group geht in seiner jüngsten Analyse zur Entwicklung der UMTS-Netze davon aus, dass die Mobilfunktechnik der dritten Generation die Profitabilität der Datendienste erhöhen wird. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Netzbetreiber erkennen, welche Daten-Anwendungen und -Dienste die größten Einnahmen versprechen. Die Analysten gehen davon aus, dass UMTS die Netzwerkkapazität erhöht und so die Kosten der Netzbetreiber senkt. Dafür spricht, dass manche GSM-Netze zu Stoßzeiten in Ballungszentren ausgelastet sind -- mit UMTS als Erweiterung der bestehenden Kernnetze könnten Netzbetreiber vor allem mehr Sprachverbindungen vermitteln.

Die Shosteck Group prognostiziert in der Folge sinkende Preise, die sich besonders positiv auf Datendienste auswirken. Die Analysten sind überzeugt, dass der Datenverkehr dann exponentiell zunehmen wird, und in diesem Sog der "Preis pro Byte 3,5 bis 5,2fach unter den von GPRS" sinken wird. Grund für diese Entwicklung ist vor allem eine deutlich verbesserte Service-Qualität gegenüber GPRS -- größere Bilder mit mehr Farben, schnellere Übertragung und mächtigere Anwendungen von UMTS zögen bei niedrigeren Preisen mehr Kunden an als GPRS-Alternativen, meinen die Marktforscher.

Videotelephonie sei zwar ein Hoffnungsträger und bei manchen Netzbetreibern bereits im Angebot, aber Jane Zweig, CEO bei der Shosteck Group, glaubt nicht daran, dass der Dienst für Netzbetreiber in naher Zukunft Profite einfahren könnte. Die Technik sei noch in Entwicklung, die Flächendeckung der Netze noch zu klein und die Preise zu hoch, sodass Videotelephonie wohl erst ab 2006 zu einem Zugpferd werden könne. Video-Streaming sei hingegen attraktiver. Die Kosten seien deutlich niedriger, und das Potenzial für hohe Margen viel besser. Allgemein seien zu Beginn der UMTS-Ära einfache und kostengünstige Dienste vielversprechend. Komplexen Diensten räumt die Studie erst dann Marktchancen ein, wenn höherwertige UMTS-Geräte wie Handys mit hochauflösenden Digitalkameras vorhanden sind. Eine herbeigesehnte "Killerapplikation", die die Massen plötzlich mobilisieren würde, verspricht die Analyse nicht -- UMTS werde statt dessen mit etablierten Services, aber sinkenden Preisen und zunehmender Qualität Zug um Zug überzeugen. (dz)