SCO Deutschland musste Bußgeld zahlen
Das Bundesamt für Justiz hat gegen die deutsche SCO-Tochter ein Bußgeld wegen handelsrechtlicher Verstöße im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss verhängt.
Das Bundesamt für Justiz hat laut einem heise online vorliegenden Schreiben der vergangenen Woche gegen The SCO Group GmbH ein Bußgeldverfahren wegen "Verletzung handelsrechtlicher Vorschriften zur Offenlegung des Jahresabschlusses" durchgeführt. Nach Zahlung des verhängten Bußgeldes wurde das Verfahren eingestellt. Über die Höhe des Bußgeldes machte das Bundesamt keine Angaben. Laut Website der Behörde beträgt das Ordnungsgeld mindestens 2500 Euro und maximal 25.000 Euro.
Hintergrund des Verfahrens ist der im Februar vergangenen Jahres veröffentlichte Jahresabschluss von SCO Deutschland für das Geschäftsjahr 2006/2007. Laut Jahresabschluss waren "Herr Johannes Bayer und Herr Mike Olsen" als "Geschäftsführer von The SCO Group GmbH, Bad Homburg", bestellt (Schreibweise "Olsen" für Mike Olson im Original). Der Jahresabschluss wurde offenbar auch von diesen beiden Personen unterzeichnet. Laut einem Eintrag im Handelsregister vom 19. April 2007 war Johannes Bayer jedoch bereits am 13. April 2007 und damit vor Ende des Geschäftsjahres aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Auch die Angaben über Mike Olson sind ungenau. Laut Handelsregister vom 2. April 2008 war Olson am 27. März 2008 aus der Geschäftsführung ausgeschieden.
In einem Rechtsstreit zwischen der SCO Group GmbH und der Tarent GmbH hatten die SCO-Rechtsanwälte darauf verwiesen, dass Olson spätestens am 7. November 2007 aus der Geschäftsführung ausgeschieden (PDF-Datei) und die Kauffrau Jean Acheson seit dem 14. November 2007 neue Geschäftsführerin sei (PDF-Datei). In diesem Unterlassungsverfahren war unter anderem strittig, wer überhaupt Geschäftsführer von SCO war. Acheson ist heute nicht mehr bei SCO. Heutiger alleiniger Geschäftsführer ist Kenneth Nielsen, der außerdem für die Finanzen der Muttergesellschaft in den USA zuständig ist. Laut Unternehmensregister hat The SCO Group GmbH inzwischen die fehlerhaften Angaben nachgebessert. Die durch Kenneth Nielsen unterzeichnete "Korrektur" enthält jedoch keinen vollständigen Jahresabschluss.
Ein gänzlich anderer Fehler wartet noch auf seine Nachbesserung: Für ihren noch in der Betaphase befindlichen Dienst Shout Postcard hat die SCO-Tochterfirma Me Inc. etwas ältere Nutzungsbedingungen von Facebook per Copy & Paste übernommen und kaum modifiziert. Das ist pikant, weil die Muttergesellschaft SCO Group in einem Prozess mit IBM behauptet, dass Teile des Unix-Source-Codes per Copy & Paste durch IBM-Programmierer zu Linux gewandert sein sollen. Daraus möchte SCO Lizenzansprüche aus Linux-Installationen ableiten. (vbr)