MacRuby 0.5 mit stabiler LLVM-UnterstĂĽtzung
Die MacRuby-Entwickler preisen die neue Version der Ruby-Implementierung für Objective-C als erstes Release an, das eine Low Level Virtual Machine integriert und mit Threading vorhandene Cores möglichst erschöpfend nutzt.
- Alexander Neumann
Die Entwickler von MacRuby haben die Version 0.5 der Ruby-1.9-Implementierung fĂĽr Apples Haus-und-Hof-Programmiersprache Objective-C vorgestellt. Die Entwickler bezeichnen sie als erste stabile, allerdings noch nicht fĂĽr den Produktiveinsatz geeignete Version, in der die YARV-Bytecode-Maschine (Yet Another Ruby VM) durch eine neue Virtual Machine ersetzt wurde.
MacRuby ermöglicht nun nämlich mit seiner auf der freien LLVM (Low Level Virtual Machine) aufsetzenden Architektur nicht nur einen Just-in-Time- (JIT), sondern auch einen Ahead-of-Time-Compiler zu nutzen. Dieser erzeugt ein auf Intel-Macs lauffähiges Programm, dessen Startzeit deutlich unter der der Script-Variante liegen soll. Bislang war es nicht möglich, den Script-Code einer Ruby-Anwendung in ein direkt ausführbares Programm zu übersetzen – auf dem Zielsystem war immer eine Ruby-Laufzeitumgebung erforderlich.
Neben den obligatorischen Bugfixes hat MacRuby 0.5 zum Ziel, die Performance des Ruby-Ports für Mac-Geräte zu verbessern. Neu ist mit HotCocoa ein Ruby-Layer, der architektonisch oberhalb des Cocoa- und anderer Frameworks sitzt. Überarbeitungen finden sich zudem im Kommandozeilenwerkzeug macrubyc, mit dem es möglich ist, mehrere Ruby-Sourcen in dynamischen Bibliotheken zu kompilieren. Mit der Schnittstelle zu Apples Grand Central Dispatch (GCD), das Bestandteil von Mac OS X 10.6 ist, soll es einfacher möglich sein, Threads zu nutzen. GCD kümmert sich um die Zuordnung der Codeblöcke zu Threads und die möglichst erschöpfende Nutzung der vorhandenen Cores.
Weitere Informationen finden Interessierte in der AnkĂĽndigung zur neuen Version und im Changelog. Der Quellcode ist unter der freien Ruby-Lizenz quelloffen verfĂĽgbar. MacRuby wird von Apple finanziert und entwickelt. Auch ist der IT-Konzern an der Entwicklung von LLVM beteiligt. (ane)