Neuer Finanz-Skandal in Italien: Software-Firma Finmatica im Visier
Nach dem Bilanz-Skandal beim insolventen Milch-Riesen Parmalat bahnt sich in Italien eine neue Betrugsaffäre an; das börsennotierte Software-Unternehmen Finmatica ist auf Software für Banken und Versicherungen spezialisiert.
Nach dem Bilanz-Skandal beim insolventen Milch-Riesen Parmalat bahnt sich in Italien eine neue Betrugsaffäre an: Im Mittelpunkt steht das börsennotierte Software-Unternehmen Finmatica, gegen das die Staatsanwaltschaft von Brescia Ermittlungen eingeleitet hat. Firmen-Präsident Pierluigi Crudele, Vorstandschef Fabio Bottari sowie fünf weitere Unternehmens-Manager sollen die Offenlegungspflichten bezüglich der Finmatica-Bilanzen verletzt und Marktmanipulationen begangen haben, berichtete die Zeitung Il Sole 24 Ore. Die Aktien des Konzerns sind seit Dienstag vom Handel ausgesetzt.
Die Ermittler hätten bereits das Finmatica-Gebäude, das Haus des Firmen-Chefs sowie die Bilanzprüfungsgesellschaft Grant Thornton durchsucht, gegen die auch im Fall Parmalat ermittelt wird. Das Interesse richte sich vor allem auf die Bilanz 2002 und die ersten drei Quartalsabschlüsse 2003. Zudem werden Unregelmäßigkeiten bei einer geplanten Emission von Wandelanleihen im Wert von 55 Millionen Euro vermutet, auf die Finmatica am 7. Januar überraschend verzichtet hatte.
Im Vergleich zu Parmalat handelt es sich bei der Finmatica um ein relativ kleines Unternehmen, das in den ersten neun Monaten 2003 einen Umsatz von rund 84 Millionen Euro verzeichnet hat. Am 30. September betrug die Nettoverschuldung laut Bilanz 77 Millionen Euro. Die Firma ist auf Software fĂĽr Banken und Versicherungen spezialisiert. (dpa) / (jk)