Online-Musikdienst Magnatune sucht das "Gute im Menschen"
Auf dem Portal lässt sich die gewünschte Musik erst einmal anhören und, wenn sie einem gefällt, anschließend auch kaufen.
"Wie kann Online-Musik in den Zeiten von eBay einheitlich 99 Cent kosten," fragt John Buckman, Geschäftsführer und Gründer des Musik-Labels Magnatune in der US-Zeitung USA Today. Buckman verdient sein Geld eigentlich als Geschäftsführer bei Lyris Technologies, einer Firma, die die E-Mail-Marketing-Software ListManager 6.0 vertreibt. Mit Magnatune hat Buckman das in seinen Augen erste reine Internet-Musik-Label gegründet.
Das Unternehmen existiert seit Mai 2003. Besucht man dessen Webseite, so findet man dort keine der bekannten KĂĽnstler wie Madonna oder Robbie Williams, sondern ein paar Dutzend KĂĽnstler, die mit dem Label einen befristeten Vertrag geschlossen haben. "Sie sind zwar noch nicht besonders bekannt, mĂĽssen aber Erfahrung nachweisen, um bei Magnatune gelistet zu werden", skizziert Buckman die Anforderungen. "Einer von 300 Bewerbern wird vielleicht genommen."
106 Künstler hat er derzeit unter Vertrag, 193 Alben stehen bereit zum Download. Eigentlich keine Konkurrenz zu Apples iTune und anderen 99-cent-Portalen, die sich damit brüsten, hundertausende von Songs lizensiert zu haben. Buckman hält diese Geschäftsmodelle indes nur für "Wegelagerei auf dem langen Weg zu einem anderen Verständnis von Zusammenarbeit". Denn Magnatune will mehr, will vermitteln zwischen den Musikproduzenten und Künstlern auf der einen Seite und den Konsumenten auf der anderen. Aber sie will nicht die Recording Industry Association of America (RIAA) unterstützen und nicht die Musikindustrie. Sie sind für ihn die wirklichen Feinde. "Musikkopierer wollen die Industrie bestehlen und nicht die Künstler", sagt er, und sein Portal scheint ihm Recht zu geben.
Magnatune glaubt an das Gute im Menschen. Deshalb kann man auf dem Portal die gewünschte Musik erst einmal anhören und, wenn sie einem gefällt, anschließend auch kaufen. Gezahlt wird nur so viel, wie einem die Musik wert erscheint. "Der Durchschnitt der Zahlungen liegt bei 8,93 US-Dollar", beteuert Buchman. Da freuen sich auch die Künstler, denn 50 Prozent der Einnahmen gehen direkt an sie, liest man auf der Bezahlseite. (bemu)