Schlafen fördert Kreativität
Wissenschaftler der Universitäten Lübeck und Köln haben erstmals experimentelle Belege dafür gefunden, dass Schlaf die Kreativität fördert.
Wissenschaftler der Universitäten Lübeck und Köln haben erstmals experimentelle Belege dafür gefunden, dass Schlaf die Kreativität fördert. Ullrich Wagner von der Universität Lübeck und seine Kollegen berichten in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature (Band 427, 22. Januar 2004, S. 352) über die entsprechenden Experimente.
66 Testpersonen mussten sich in drei Gruppen einer Variation der von Louis und Thelma Thurstone entwickelten Number Reduction Task stellen. Sie bekamen die Aufgabe, Zahlenreihen aus jeweils acht Ziffern nach zwei vorgegebenen Regeln zu bearbeiten, um die letzte Zahl als Lösung angeben zu können. Die dafür benötigte Zeit wurde gemessen. Den Teilnehmern war allerdings nicht bekannt, dass die Zahlenreihen so aufgebaut waren, dass es auch einen schnelleren Weg zur Lösung gab.
Die Probanden sollten nun nach einer ersten Übungsrunde entweder acht Stunden schlafen, oder sie mussten den Tag oder die Nacht über wach bleiben. Dann wurden sie erneut vor dieselben Aufgaben gestellt. Rund 60 Prozent der Schläfer-Gruppe erkannte während des Tests nun die Abkürzungs-Lösung, während es in den anderen Gruppen nur rund 22 Prozent waren -- dieser Effekt trat aber nur dann auf, wenn sich die Probanden vor dem Schlaf mit der Aufgabe beschäftigt hatten. Einflüsse wie Übermüdung, Konzentration etc. schließen die Autoren aufgrund ihrer Versuchanordnung für die Erklärung der Ergebnisse aus. Über die Mechanismen, die diesen Effekt bewirken, können die Wissenschaftler vorerst allerdings nur Vermutungen anstellen. (wst)