Platinen aus China – bestückt bestellen

Ergänzendes Material zum Artikel aus Make 4/23

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Eigene Leiterplatten vom Profi fertigen zu lassen, ist schon länger kein Problem mehr und auch nicht teuer. Mittlerweile sind auch bestückte und gelötete Platinen, selbst bei kleinen Stückzahlen, bezahlbar geworden. Wir zeigen an dem Beispiel eines kleinen Computerboards, wie es geht.

Make 4/23
Cover der Make 4/23

Mehr zum Thema gibt es in Ausgabe 4/23 der Make.

EasyEDA

EasyEDA wurde seit 2011 entwickelt und hat sich vor allem bei Gelegenheitsnutzern schnell als gute Plattform etabliert, da es weniger kompliziert und durch die Möglichkeit, es komplett im Browser laufen zu lassen, leicht zugänglich ist. Die Cloud- und Community-Funktionen ermöglichen ein schnelles Teilen und Bearbeiten im Team. Die Schnittstelle zu JLBPCB ermöglicht eine nahtlose Bestellung der entworfenen Leiterplatten. Allerdings ist die zugrundeliegende Technologie mit SVG als Basis bei größeren Projekten sehr browserabhängig und skaliert nicht gut. Die nur lose Verbindung zwischen dem Schaltplaneditor mit seinen Symbolen und dem Platinenlayout mit den Footprints (Gehäuseform und Pinanordnung) war immer eine große Fehlerquelle und erforderte viel Aufmerksamkeit.

Der designierte Nachfolger ist nun EasyEDA Pro, das seit 2019 entwickelt wird und die Unzulänglichkeiten von EasyEDA (jetzt Standard genannt) beheben soll. Zum Betrieb benötigt man einen Lizenzschlüssel, den man bei Registrierung auf der Website (mit E-Mail oder Google-Account) kostenlos erhält und der "forever" frei nutzbar sein soll. Hier muss man natürlich dem Hersteller vertrauen.

Neben der Version, die im Browser läuft und die Cloud des Herstellers nutzt, gibt es auch Versionen für Windows, Mac und Linux, die wahlweise mit Cloud-Zugriff oder komplett lokal genutzt werden können.

Durch die Verknüpfung von EasyEDA, dem Leiterplattenhersteller und -bestücker JLBPCB, LCSC einer Plattform für elektronische Bauteile und OSHW Lab einer Community-Plattform ist es einfach, Projekte, Dokumentation und eine Community zu finden, um zu eigenen Leiterplatten zu kommen.

Platinen in China fertigen und bestücken lassen (16 Bilder)

Die Inhalte der ZIP-Files vom GitHub des Entwicklers. Hier sind alle Dateien zur Produktion und Bestückung der Boards enthalten. Es gibt zwei Versionen 1.0 mit analoger Tonausgabe und 1.1 mit DAC-Chip.
MMBasic und PicoMiteVGA

Der MMBasic-Interpreter wurde von Geoff Graham für den Maxmite Computer mit PIC32 im Jahr 2011 entwickelt. Von Anfang an als möglichst leicht erweiterbar designt, wuchs der Interpreter schnell und wird auch heute noch aktiv entwickelt. 2021 wurde MMBasic dann von Geoff Graham, Peter Mather und Mick Ames zusammen auf den Raspberry Pi Pico portiert. Im Gegensatz zu allen anderen MMBasic-Systemen steht das PicoMite-System seit dem ersten Release unter einer Open-Source-Lizenz.

MMBasic ist ein kompletter BASIC-Interpreter, mit breiter Hardwareunterstützung, Grafikbefehlen und integriertem PIO-Assembler. MMBasic läuft dabei, inklusive Editor, direkt auf dem Raspberry Pico. Weiterhin bietet es Fließkommazahlen, 64 bit-Integerzahlen, Strings, lange Variablennamen, Arrays, Subroutinen, Funktionen und Bibliotheken. Der Interpreter ist weitgehend Microsoft Basic kompatibel, allerdings um moderne strukturierte Programmelemente erweitert und folgt dem ANSI Standard für BASIC (X3.113-1987 und ISO/IEC 10279:1991). Gerade kam noch die Unterstützung des WLAN-Chips auf dem Pico W dazu, die IoT- und Webserverprogrammierung auf dem Pico W ermöglicht.

Die geringen Kosten, die gute Verfügbarkeit des Picos und Basic als Sprache riefen geradezu nach einer Version, die man, wie einen Heimcomputer der 80er Jahre verwenden konnte. Dies wurde dann in Form von PicoMiteVGA umgesetzt, wobei der zweite CPU-Kern und seine PIOs die Generierung des VGA-Signals übernehmen. Peter Mater hat die von uns verwendete Platine für die PicoMiteVGA-Firmware entwickelt.

PicoMiteVGA Board (13 Bilder)

Die Lieferung. Goodies bekommen wohl nur große YouTuber :)

Videos by heise

(caw)