Autoschlüssel mit asymmetrischer Verschlüsselung
Wenn man die Zentralverriegelung des Autos per Funkschlüssel betätigt, können versierte Datendiebe Zweitschlüssel herstellen. Das Fraunhofer SIT will das mit asymmetrischer Kryptographie verhindern
- Gernot Goppelt
Garching, 3. Februar 2010 – Funkfernbedienungen für Autos haben sich bis hin zu Kleinwagen durchgesetzt, viele wollen darauf nicht mehr verzichten. Die Funkübertragung geschieht allerdings bisher nicht mit dem Datensicherheit, wie es in anderen Bereichen wie etwa E-Mail längst praktiziert wird. Bei Autos wird mit symmetrischer Kryptographie gearbeitet, die zwar wenig rechenintensiv ist, aber relativ leicht entschlüsselt werden kann. Das Problem dabei: Ist ein Fahrzeugschlüssel "geknackt", ist es für findige Datendiebe nicht mehr sehr schwierig, dies für sämtliche Autos desselben Typs zu tun und "Nachschlüssel" zu programmieren.
Schlüssel geknackt
Die symmetrische Kryptographie beruht auf dem Prinzip, dass Sender und Empfänger Daten mir demselben geheimen Schlüssel verschlüsseln und entschlüsseln. Im Kfz-Bereich ist zum Beispiel die KeeLoq-Verschlüsselung üblich, die Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum schon vor zwei Jahren geknackt haben. Im Prinzip genügt es dann, das Funksignal abzuhören und am Computer einen Zweitschlüssel zu erstellen.
Autoschlüssel mit asymmetrischer Verschlüsselung (1 Bilder)

Asymmetrische Kryptographie soll dafür sorgen, dass Datendiebe keine Zweitschlüssel mehr herstellen können. (Bild: SIT)
Nur ein Geheimnis
Forscher am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie in Gaching (SIT) haben nun nach eigenen Angaben erstmals einen asymmetrischen Algorithmus für den Einsatz in Autoschlüsseln programmiert und in einen Prototypen integriert. Der wesentliche Unterschied dieses Verfahrens besteht laut Johann Heyszl, Wissenschaftler am SIT, darin, dass sich bei dieser Art von Algorithmen das "Geheimnis" nur im Autoschlüssel steckt, wogegen es bei symmetrischer Verschlüsselung Schlüssel und Auto bekannt ist. "In jedem Schlüssel steckt ein anderes Geheimnis, was diese Verschlüsselung sehr viel sicherer macht als die symmetrische", sagt Heyszl.