Finmatica-Chefs unter Hausarrest

Die Chefs des italienischen Software-Unternehmens Finmatica sind am Samstag unter Hausarrest gestellt worden.

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  • dpa

Die Chefs des italienischen Software-Unternehmens Finmatica sind am Samstag unter Hausarrest gestellt worden. Bei Unternehmens-Präsident Pierluigi Crudele und Vorstandschef Fabio Bottari bestehe die Gefahr der Verdunkelung von Beweismaterial, begründete die Staatsanwaltschaft von Brescia nach Berichten des italienischen Fernsehens den Schritt. Die Manager sollen die Offenlegungspflichten bezüglich der Finmatica-Bilanzen verletzt und Marktmanipulationen begangen haben. Deshalb waren gegen die Führungsspitze des börsennotierten Konzerns bereits in der vergangenen Woche Ermittlungen eingeleitet worden.

Die Aktien des Unternehmens, das auf Software für Banken und Versicherungen spezialisiert ist, sind bereits seit Tagen vom Handel ausgesetzt. Die Ermittler hatten zuvor bereits das Finmatica-Gebäude, das Haus von Crudele sowie die Geschäftsräume der Bilanzprüfungsgesellschaft Grant Thornton durchsucht, gegen die auch im Fall Parmalat ermittelt wird. Das Interesse richte sich vor allem auf die Bilanz 2002 und die ersten drei Quartalsabschlüsse 2003. Zudem werden Unregelmäßigkeiten bei einer geplanten Emission von Wandelanleihen im Wert von 55 Millionen Euro vermutet, auf die Finmatica am 7. Januar überraschend verzichtet hatte.

Die Ermittlungen gegen Finmatica gelten nach dem Mega-Betrug beim insolventen Milch-Riesen Parmalat als neuer Finanz-Skandal in Italien. Im Vergleich zu Parmalat handelt es sich bei der Software- Firma aber um ein relativ kleines Unternehmen, das in den ersten neun Monaten 2003 einen Umsatz von rund 84 Millionen Euro verzeichnet hat. Am 30. September betrug die Nettoverschuldung laut Bilanz 77 Millionen Euro. (dpa) / (hos)