Zeitung: Versicherer fĂĽrchten Mobilfunk-Risiken
In diesem Jahr haben die ersten Firmen, die sich mit Mobilfunk beschäftigen, keine Deckung bei der Betriebshaftplichtversicherung mehr bekommen.
Elektromagnetische Strahlung von Handys und Mobilfunkmasten ist nicht schädlich. Oder? Einig sind sich die Experten in dieser Frage nicht. Nun beginnen die ersten Versicherer derartige Risiken von ihren Policen auszunehmen, vorsichtshalber. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Falls eine Gesundheitsgefährdung nachgewiesen werden sollte, könnte es zu Schadensersatz-Forderungen gegen Unternehmen kommen, die mit der Verbreitung solcher elektromagnetischer Felder zu tun haben. Da sich die Versicherer vor möglichen Millionenklagen fürchten, ändern jetzt die ersten die Bedingungen für ihre Betriebshaftpflicht-Versicherungen. Das bestätigten auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung übereinstimmend Vertreter der beiden größten Versicherungsmakler der Welt, Marsh und Aon.
In diesem Jahren hätten erste Firmen, die sich mit Mobilfunk beschäftigen, keine Deckung mehr erhalten, erklärte ein Sprecher von Aon Jauch & Hübener, der Deutschland-Repräsentanz von Aon. Welche Mobilfunkfirmen hiervon betroffen sind, war bislang aber nicht zu erfahren. Die Handy-Hersteller Siemens, Nokia und Motorola teilten auf Anfrage der Zeitung mit, sie gäben zu Versicherungsfragen generell keine Auskunft. Gleiches war von den Mobilfunkbetreibern T-Mobile und O2 zu hören. Nur eine Vodafone-Sprecherin versicherte, dass die Betriebshaftpflicht-Police des Unternehmens auch für elektromagnetische Strahlung gelte.
Ein Sprecher des deutschen Marktführers Allianz sagte auf Anfrage der Zeitung, dass der Konzern schon länger keinen Handy-Hersteller mehr gegen die Elektrosmog-Risiken versichere. Bei Mobilfunkbetreibern gebe es eine "Fall-zu-Fall-Betrachtung". (tol)