Schwieriges Jahr: DB Systems schnürt Kürzungspaket
Die IT-Abteilung der Bahn will Standorte schließen und aus dem Tarifvertrag aussteigen.
In einem Rundschreiben hat der Vorstand der DB Systems GmbH -- der IT-Tocher der Deutschen Bahn -- seinen rund 2400 Mitarbeitern ein radikales Kürzungspaket vorgestellt, das er nun mit dem Betriebsrat verhandeln will. Zu Begründung dafür geben die Manager an, dass sie für das laufende Jahr eine schwierige Auftragslage erwarten.
"Nach der aktuellen Planung gehen wir von einem Umsatz von 567 Millionen Euro aus", heißt es in dem Schreiben. Unternehmenssprecherin Diana Scharl bestätigte das gegenüber heise online: "Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von 15 Prozent. Damit kommt DB Systems auf ein marktübliches Niveau, nachdem es zuvor besser lief, weil die Nachfrage bei der DB nach IT seit Gründung der AG sehr groß gewesen ist. Da wurde ein Reformstau aufgelöst", betonte Scharl.
Um Kosten zu senken, sieht der Plan des Vorstandes unter anderem vor, frei werdende Stellen nicht mehr neu zu besetzen. Zudem soll die mit den Gewerkschaften vereinbarte Tariferhöhung zum Mai ausgesetzt werden und das 13. Monatsgehalt und Sozialleistungen wie das Jobticket auf den Prüfstand. Die Anwendungsentwicklung am Standort Berlin-Schicklerstraße soll zur Jahresmitte in weiten Teilen geschlossen werden, genau wie regionale Standorte des Benutzerservice DB Systems. Als Ergänzung zum Personalabbau plant die Geschäftsführung zudem eine "Teilzeitoffensive", bei der Mitarbeiter Arbeitszeit und Arbeitsentgelt reduzieren sollen. (tol)