ESA hält sich bei Meteosat-Wettersatellit bedeckt
Thales Alenia Space soll angeblich gemeinsam mit der Bremer OHB den Auftrag für den Bau der neuen Wettersatelliten erhalten - über die Entscheidung der Bewertungskommission bewahrt die europäische Weltraumbehörde aber noch Stillschweigen.
- dpa
Die Europäische Weltraumbehörde ESA gibt nicht preis, wer den Auftrag für den Milliarden verschlingenden Bau der neuen Meteosat-Wettersatelliten erhalten soll. "Wir haben die Evaluierung der beiden Angebote abgeschlossen. Die Bewertungskommission ist zu einer einstimmigen Entscheidung gekommen", sagte der Direktor der ESA-Erdbeobachtungsprogramme, Volker Liebig, gegenüber dpa. Bevor die ESA an die Öffentlichkeit gehe, müssten aber noch einige Prüfungen abgeschlossen werden. Am 3. und 4. März werde sich der Rat der Europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) mit dem Thema befassen. Spätestens bis dahin werde es eine offizielle Mitteilung geben.
(Bild:Â ESA)
Nach dpa-Informationen will der französische Chef der Europäischen Weltraumbehörde ESA über den Bau der neuen Generation von Meteosat- Wettersatelliten exklusiv mit dem von Thales Alenia Space geführten Konsortium verhandeln. Die EADS-Tochter Astrium, die unter anderem in Friedrichshafen und Ottobrunn bei München sitzt, wäre damit im Kampf um die prestigereiche Federführung aus dem Rennen. Das Thales-Alenia-Angebot soll um einen dreistelligen Millionenbetrag günstiger gewesen sein. Das Unternehmen sitzt im französischen Cannes und würde das Projekt gemeinsam mit dem in Bremen ansässigen Unternehmen OHB stemmen. ESA-Direktor Liebig betonte, dass die Ausschreibungsregeln Deutschland und Frankreich – unabhängig vom gewählten Konsortium – Aufträge in gleichem Wert garantieren. Die beiden Länder beteiligen sich zu je 34 Prozent an der Entwicklung der Satelliten.
Bei den Satelliten geht es um die dritte Generation der Wettersatelliten Meteosat. Von 2015 bis 2035 sollen sechs MTGs ("Meteosat Third Generation") Wettervorhersagen verbessern, Unwetter früher erkennen und detaillierte Angaben zu Klimaveränderung und Umwelteinflüssen liefern. Die EADS-Tochter Astrium war erst kürzlich bei dem Großauftrag für 14 Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo ausgestochen worden. Der Auftrag im Wert von 566 Millionen Euro ging an den Bremer Konzern OHB. (jk)