Der Welt größter Schachcomputer

Das Chessbrain-Projekt unternimmt einen Rekordversuch: Möglichst viele über das Internet verbundene Computer sollen im Schachspiel den dänischen Großmeister Peter Heine Nielsen das Fürchten lehren.

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Von
  • Lars Bremer

Das Chessbrain-Projekt unternimmt am heutigen Freitag einen Rekordversuch: Möglichst viele über das Internet verbundene Computer sollen im Schachspiel den dänischen Großmeister Peter Heine Nielsen das Fürchten lehren. Der alte Rekord liegt bei 846 verbundenen Rechnern und gehört ebenfalls dem einzigen auf diesem Gebiet aktiven Team von Chessbrain. Das Spektakel findet im Rahmen der 6th Annual NordU USENET 2004 conference ab 11 Uhr in Kopenhagen statt. Nielsen, der menschliche Gegner des Rechnerverbundes, ist derzeit die Nummer 53 der Schach-Weltrangliste.

Experten bezweifeln allerdings, dass sich Schach als Spielwiese für verteiltes Rechnen besonders gut eignet. Eine Suche im Spielbaum läßt sich sehr schlecht parallelisieren, ohne Shared Memory fast gar nicht. Je größer die Anzahl der beteiligten Computer ist, desto schwerer fällt es, jedem der Rechner eine sinnvolle Aufgabe zuzuweisen. Dazu kommt noch die Zeit für den Datenaustausch: Ein Schachprogrammierer kommentierte gegenüber heise online, in der Zeit, die das Kontrollprogramm benötigt, um von den Internet-Computern die Resultate einzusammeln, hätte es selbst wahrscheinlich mindestens genausotief rechnen können. Über die tatsächliche Spielstärke von Chessbrain liegen außer einigen ausgewählten Partien noch keine Daten vor, sodass die Partie gegen den Großmeister zur Standortbestimmung werden könnte. (Lars Bremer) / (jk)