Linux Standard Base kurz vor Version 2.0

Die Free Standards Group hat eine 30-Tage-Vorschau auf die kommende Version 2.0 der Linux Standard Base veröffentlicht und freut sich über die Ernennung zum Linux-Standardisierer seitens der ISO/IEC.

vorlesen Druckansicht 164 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Oliver Lau

Die Free Standards Group hat eine 30-Tage-Vorschau auf die kommende Version 2.0 der Linux Standard Base (LSB) veröffentlicht. Die LSB unterteilt sich in eine architekturunabhängige (generic LSB) und eine architekturabhängige Spezifikation (archLSB). Letztere beschäftigt sich anders als die Vorgängerversion nun auch mit der AMD64-Architektur. Neu in der LSB 2.0 ist auch das Application Binary Interface (ABI) für C++.

Die Erfüllung von LSB-Kriterien garantiert weitestgehende Kompatibilität zwischen verschiedenen Linux-Distributionen. Anwendungen, die unter der einen Distribution ausführbar sind, sollen dann auch auf allen anderen LSB-zertifizierten Plattformen lauffähig sein. Seit rund anderthalb Jahren können Distributoren und Software-Entwickler ihre Produkt nach der LSB zertifizieren lassen. Auf der LSB gründen sich derzeit beispielsweise die Distributionen von Red Hat und Suse.

Während die LSB 2.0 noch der Gunst der Entwicklergemeinde harrt, verzeichnet die Free Standards Group auf anderer Ebene ernst zu nehmende Erfolge. Wie ein Orden prangt es auf der Brust: Das Joint Technical Committee (JTC) der ISO/IEC (International Organization for Standardization/ International Electrotechnical Commission) zählt die Free Standards Group wegen ihrer Bemühungen um die Linux Standard Base fortan zu den erlesenen "Submitters of Publicly Available Specifications for Linux".

Die Free Standards Group ist also von der ISO/IEC anerkannter Linux-Standardisierer. Scott McNeil, Vorsitzender der Free Standards Group, freut sich: "Das ist eine hervorragende Nachricht fĂĽr Linux und die LSB." Auch wenn der Weg zur ISO-Zertifizierung noch einige Arbeit bereiten werde, sei mit der Ernennung eine wichtige HĂĽrde genommen. Als Publicly Available Specifications (PAS) bezeichnet das ISO/IEC JTC technische Spezifikationen, die den strengen Kriterien des Komitees genĂĽgen. (ola)